Ganderkesee - In manchen Jahren ist das Taubenschwänzchen (Macroglossa stellatarum), ein interessanter Schmetterling, in unseren Gärten zu sehen, so auch in diesem Sommer. Der Falter hat eine Spannweite von etwa fünf Zentimetern, graubraune Vorderflügel, die mit zwei unauffälligen, schmalen, gewellten, dunkelbraunen Binden versehen sind, und auffällig orange gefärbte Hinterflügel sowie weißen Flecken am Hinterleib.
Das Taubenschwänzchen ist tagaktiv, obwohl es zu den Nachtfaltern zählt. Es ist unsere kleinste Schwärmerart. Aufgrund seines schwirrenden Fluges und vor Blüten stehend, wird es von Laien manchmal sogar mit einem Kolibri verwechselt, obwohl es Kolibris nur in Amerika gibt.
Bei der Nahrungssuche halten sich die Falter oft nur sekundenlang an einzelnen Blüten auf, um dann blitzschnell die nächste Blüte anzufliegen. In Gärten sieht man den Falter vor allem an roten und violetten Blüten wie Geranien, Fuchsien, Petunien, Phlox, Buddleja und an vielen anderen Pflanzen, sogar an Balkonpflanzen. Mit seinem langen Rüssel kommt der Falter in sehr tiefe Blüten hinein. Außerhalb der Siedlungen tritt der Falter vor allem in blütenreichen Brachen (etwa Sandgruben, Dämme, Wegränder) und in Luzernefeldern auf.
Wer einmal Urlaub in Süddeutschland oder im Mittelmeergebiet gemacht hat, wird dieser Art dort sicher schon einmal begegnet sein. Sie ist dort eine der auffälligsten Schmetterlingsarten.
Taubenschwänzchen sind Wanderfalter, die in manchen Jahren aus Nordafrika und Südeuropa nach Norden fliegen und sogar Inseln wie Helgoland und den Polarkreis erreichen können. Vereinzelt überwintern sie sogar in Mitteleuropa. Eine erfolgreiche Fortpflanzung ist bisher aber in unseren Breiten noch nicht beschrieben worden. Taubenschwänzchen suchen zur Ruhe gern senkrechte Wände auf und sind bis in den Oktober zu beobachten.
