Wildeshausen - Macht es ganz laut „Platsch“ oder gibt es ein durch zerborstenes Eis hervorgerufenes Krachen? Die Frage danach, ob die Hunte „geiht“ oder „steiht“ stellte sich wie an jedem 11. Januar eine honorige Herrenriege an der Landskrone in Wildeshausen zum 53. Mal. Am Sonntagabend lockte die Hunte-Eisschollen-Wette erneut zwölf Männer in schwarzen Mänteln und Zylinder an den Rand der Hunte in Zwischenbrücken. Das Ergebnis war – angesichts des strömenden Regens – klar. Dennoch warfen punkt 20 Uhr zwei der Wetter den Regeln entsprechend die mitgebrachte Eisscholle mit Schwung in Richtung Fluss, die dann erwartungsgemäß mit einem kräftigen Wasserklatscher in der Hunte landete.
Wer hier nun richtig gewettet hatte, wurde wie gehabt per Los entschieden. In jedem Fall sind es sechs, die gewinnen und sechs, die verlieren. Letztere müssen die Zeche für das Fest-Essen zahlen, das an diesem Abend im Gasthaus Wolters genossen wird.
„Zuletzt hatten wir im Jahr 2009 Eis auf der Hunte“, erinnert sich das älteste Eiswetten-Mitglied Gerhard Lübben. 18 Jahre ist es her, dass die Hunte ganz dicht gefroren war. „Aber so geregnet wie heute, hat es, glaube ich, in den ganzen 53 Jahren nicht“, meinte Gründungsmitglied Gerhard Lübben (81). Nach einem dreifachen „Gut Scholle“, ein paar Käsehäppchen und zwei kleinen Klaren hielt es die zwölf Männer nicht länger im ungemütlichen Regen und sie steuerten mit ihrem geschmückten Bollerwagen die warme Gaststätte Wolters am Huntetor an und nahmen den gemütlichen Teil der Wette in Angriff.
