KREIS CLOPPENBURG - Es hat schon etwas von einem Himmelfahrtskommando: Die Bezirksoberliga-Fußballer des VfL Löningen gastieren am Sonntag um 14 Uhr beim VfL Oythe – das Schlusslicht prüft den Spitzenreiter – wobei es wohl schon mit dem Teufel zugehen müsste, sollten die Oyther die Partie als Prüfung empfinden. Etwas einfacher hat’s Kreisrivale BV Cloppenburg II: Die Regionalliga-Reserve empfängt Kellerkind Falke Steinfeld. Beginn ist am Sonntag um 14 Uhr.
BV Cloppenburg II - Falke Steinfeld. Cloppenburgs Trainer Steffen Bury lassen die widrigen Wetter- und Platzverhältnisse kalt. „Wir trainieren ganz normal weiter“, sagt er. Im Falle der Cloppenburger Reserve heißt „ganz normal“, dass durchschnittlich acht bis zehn Spieler über den Platz stapfen. Ab und zu geselle sich auch der ein oder andere A-Jugendliche dazu, und „das ist unbefriedigend“, sagt Bury. Aus diesem Grund hält er Ausschau nach Verstärkungen. Mindestens drei oder vier Spieler sollen im Winter verpflichtet werden. „Wir benötigen 14 bis 16 Mann im Kader“, stellt Bury klar und unterstreicht die Bedeutung der Cloppenburger Reserve für den Verein: „Eine Reserve-Mannschaft sollte jüngere Spieler für höhere Aufgaben vorbereiten. Das geht aber nur, wenn die Voraussetzungen stimmen.“
Trotz der schweren Rahmenbedingungen ist sein Team gegen Steinfeld in der Favoritenrolle – und das passt Bury gar nicht: „Die Mannschaft, die bei diesen Platzverhältnissen das Spiel machen muss, ist im Nachteil“, meint er. Nur gut, dass er Spieler wie Olaf Bock in seinen Reihen weiß: „Er reißt sich wirklich in jedem Spiel den Hintern auf“, lobt Bury den ehemaligen Thüler. Sorgen bereitet ihm derweil die Erkältung seines Torwarts Thomas Wegmanns. „Ob er am Sonntag spielen kann, ist fraglich“, sagt Bury.
VfL Oythe - VfL Löningen. Es gab mal eine Zeit, da waren Spiele zwischen Oythe und Löningen absolute Leckerbissen. Doch die ist vorbei. Während es derzeit so scheint, als könnten die Oyther zum ersten Mal seit Jahren ihr schon immer im Überfluss vorhandenes Potenzial nutzen, ist der VfL zur Schießbude mutiert. Auch wenn die Löninger beim 0:4 gegen Cloppenburg II zumindest in der zweiten Halbzeit ordentlich spielten, deutet vieles auf ein erneutes Debakel hin.
Den Klassenerhalt hat Löningens Spielertrainer Andre Lückmann jedenfalls schon abgeschrieben: „Der ist utopisch.“ Deshalb werde der VfL ab sofort Spieler für die zweite Mannschaft freispielen. Lückmann betont, dass er in erster Linie Leute in den Kreisliga-Abstiegskampf schicken werde, die der Reserve sofort weiterhelfen würden – wie etwa Thomas Quent und Viktor Straub. Dass der VfL Gefahr läuft, das Bezirksoberliga-Team weiter zu schwächen, ist ihm bewusst. „Klar. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass wir eine Klatsche nach der anderen kriegen“, sagt Lückmann, wohlwissend, dass unzufriedene Spieler von der Konkurrenz nur allzu leicht von einem Wechsel überzeugt werden könnten.
Einen Abgang gibt es bereits zu verzeichnen: Drilon Gashi verlässt das sinkende Schiff. Er wird nicht mehr für den VfL spielen. Lückmann macht klar, dass er ihm nicht hinterhertrauert. Schon weitaus mehr nervt den Trainer, dass Rene Gadza nicht auflaufen kann: Er hat Probleme mit seinem Visum und darf vorerst nicht spielen.
