KREIS CLOPPENBURG - Der Trainer des STV Barßel sieht das Leistungspotenzial seiner Mannschaft noch nicht ausgeschöpft. Auch gegen Brockdorf sind drei Akteure nicht fit.
Von katrin Bendel
KREIS CLOPPENBURG - In der Fußball-Bezirksklasse will der neue Tabellenführer STV Barßel morgen seine Position bei GW Brockdorf behaupten. Die Verfolger TuS Emstekerfeld und SV Altenoythe treten am Sonntag in Lüsche bzw. gegen den SV Holdorf an.GW Brockdorf – STV Barßel. Heimlich, still und leise hat sich der STV Barßel am vergangenen Spieltag mit einem 4:1 gegen den SV Höltinghausen an die Tabellenspitze geschlichen. Die Mannschaft spiele nicht so stark, wie die Ergebnisse es aussagen, hieß es stets von Trainer Uwe Schröder. „Aber wenn die anderen nicht wollen, nehmen wir unsere Chance natürlich wahr“, sagt Schröder mit Blick auf das jüngste 1:6 der Altenoyther in Molbergen. Dennoch sieht der Coach noch „Luft nach oben“. Auf Grund der verletzungsbedingten Ausfälle habe die Mannschaft ihr volles Leistungspotenzial noch nicht ausschöpfen können. „Es reicht noch nicht für 90 konstante Minuten“, so Schröder. Vor allem an der Chancenverwertung müsse gearbeitet werden.
Der Trainer sieht seine Mannschaft in Brockdorf (Sonnabend, 14.30 Uhr) vor einer schweren Aufgabe. Gegen die kompakte, kampfstarke Truppe, die vor allem über die Zweikämpfe ins Spiel findet, erwartet er deshalb volle Konzentration. „Wir sind nicht so hochnäsig zu glauben, dass uns da nichts passieren kann“, sagt Schröder. Er erinnert sich noch gut daran, wie schwer sich seine Elf beim 1:0-Arbeitssieg in Vechta vor zwei Wochen getan hat. In einigen Phasen habe die Mannschaft einfach auch das notwendige Glück gehabt.
Ein ängstlicher Auftritt von Barßel ist in Brockdorf deswegen aber noch lange nicht zu erwarten. „Und freiwillig wollen wir das Feld da oben natürlich nicht räumen“, gibt sich Schröder kämpferisch. Personell ist die Situation beim STV immer noch angespannt. Samir Ramadan und Florian Bergmann sind noch gar nicht spielfähig, bei Christian Naber wird es höchstens für einen Kurzeinsatz reichen.
SV Altenoythe – SV Holdorf. Altenoythes Trainer Stefan Lang steht vor einem Rätsel: Nach zehn Minuten stand seine Mannschaft beim SV Molbergen völlig neben sich und ließ sich mit 1:6 verhauen. „Ich weiß nicht, was da los war“, sagt Lang, der dem komfortablen Vorsprung, den sie Altenoyther sich längst hätten erarbeiten können, ein wenig nachtrauert. Aber nur kurz: Denn nun gelte es, das Spiel möglichst schnell abzuhaken und die Mannschaft für die kommenden schweren Spiele wieder aufzubauen. Eins davon steht dem SVA schon am kommenden Sonntag (Anpfiff: 14 Uhr) bevor. Gegner ist der SV Holdorf, der mit nur drei Punkten Rückstand auf Emstekerfeld, Altenoythe und Dinklage (alle 23) auf dem sechsten Tabellenplatz steht. Gegen die spielstarke und vor allem in der Abwehr und im Mittelfeld gut besetzte Mannschaft hofft Lang, wieder ein gutes und ansprechendes Spiel wie gegen Emstekerfeld oder Mühlen bieten zu können. Fehlen werden dabei – neben den
Langzeitverletzten Josef Banemann, Stefan Dumstorff und Ferhat Cobanoglu – Holger Bents (Zerrung) und Peter von Uchtrup, der sich beim jüngsten Spiel in der Reserve verletzt hat. Ein Fragezeichen steht hinter Michael Dumstorff und Wolfgang Kemper. Beide hat die Grippe erwischt. Wieder spielen darf nach abgelaufener Rotsperre Martin Sodtke, der allerdings aus beruflichen Gründen anderthalb Monate nicht trainiert hat. Verstärkung aus der „Zweiten“ ist diesmal nicht zu erwarten, da die Kreisliga-Mannschaft zeitgleich in Sedelsberg antritt. „Elf Leute werden wir trotzdem irgendwie zusammenkriegen müssen“, übt Lang sich in Gelassenheit.
BW Lüsche – TuS Emstekerfeld. Emstekerfelds Trainer Ulrich Borchers hat sie kommen sehen: die Tabellenführung des STV Barßel. Und sie stört den Coach der Aufsteiger- und Überraschungsmannschaft keineswegs: „Wenn wir da bleiben, wo wir jetzt sind, oder auch noch einen Platz tiefer rutschen, sind wir sehr zufrieden“, sagt Borchers, der als ursprüngliches Saisonziel die Qualifikation für die neue Bezirksliga ausgegeben hat.
Am Sonntag tritt der Tabellenzweite beim einen Punkt weniger (22) aufweisenden Fünften BW Lüsche an (Anpfiff: 14 Uhr). „In Lüsche erwarten uns ein kleiner Platz und eine kompakte Mannschaft, die sehr heimstark ist“, weiß Borchers. Besonders auf den torgefährlichen Stürmer Sevdaim Muslija ist zu achten. Was sein eigenes Personal angeht, kann Borchers nur so viel sagen: „Am Sonnabend beim Sportlerball waren noch alle fit.“ Zwar habe die Mannschaft danach selbstverständlich trainiert, aber ohne ihren Chef. Der wollte seine Schützlinge nicht mit Grippe anstecken und wird deshalb erst heute Abend wieder auf dem Trainingsplatz stehen. Borchers: „Ich gehe aber davon aus, dass alle spielen.“
• Der Fanbus des TuS Emstekerfeld fährt um 13.15 Uhr an der Turnhalle ab.
SV Höltinghausen – TV Dinklage. Aus Sicht von Höltinghausens Trainer Bernd Diekmann war die hohe 1:4-Niederlage beim STV Barßel etwas unglücklich. Seine Mannschaft habe nicht schlecht gespielt. Selbst vom Barßeler Coach Uwe Schröder gab es Lob. Am Sonntag (Anstoß: 14 Uhr) kommt ein Gegner ähnlichen Kalibers ins Höltinghauser Stadion. Der TV Dinklage ist Tabellenvierter und verfügt über eine junge, spielstarke Mannschaft, die sich als Ziel einen Platz unter den ersten Dreien gesetzt hat. „Wir spielen auf Sieg. Aber dazu müssen wir schon eine sehr gute Leistung bringen und unsere kämpferischen Fähigkeiten in die Waagschale werfen“, fordert der Coach. Die Vorzeichen sind gut: Alle Spieler sind fit, und auch der zuletzt beruflich verhinderte Stephan Soyka ist wieder dabei. „Mit der Unterstützung unserer Zuschauer sollte es eigentlich für drei Punkte reichen“, ist Diekmann optimistisch.
SV Molbergen – Amasya Lohne. Nach dem 6:1-Befreiungsschlag gegen den SV Altenoythe dürfen die Molberger selbstbewusst in die Partie gegen Lohne gehen (Sonntag, 14 Uhr). Doch den nur drei Punkte weniger als Molbergen (17) aufweisenden Tabellenzwölften nimmt man am Waldeck nicht auf die leichte Schulter. Der neue SVM-Trainer Gerd Budde nahm den Gegner höchstpersönlich unter die Lupe. Abgesehen von drei Ausnahmen sah er eine eher klein gewachsene, aber läuferisch starke Mannschaft, die zur Sache geht und 90 Minuten nicht nachlässt. „Wir müssen die Zweikämpfe annehmen und dürfen uns nicht den Schneid abkaufen lassen“, sagt Betreuer Frank Göddecker. Zudem soll Erich Hochartz’ Kopfballstärke zum Einsatz kommen, und Dirk Moormann den Lohner Top-Stürmer Erdal Alalmis am Toreschießen hindern. Amasya hat in dieser Saison bereits 27-mal getroffen – nur Altenoythe (28) und Molbergen (29) waren besser. Dem stehen allerdings 33 Lohner Gegentore
gegenüber – in dieser Saison bislang Ligarekord. Wieder mittrainiert hat Torjäger Olaf Gottwald, der aber höchstens kurz eingesetzt wird. Außerdem rechnet Göddecker wieder mit dem zuletzt studienbedingt verhinderten Jens Möller.
• Unterdessen soll der am Dienstag beim Ligarivalen Neuenkirchen ausgeschiedene Frank Schlarmann Trainerkandidat beim SVM sein.
