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NWZonline.de Sport

Kreisläufer ,Kora‘ kämpft um jede Lücke

13.04.2006

VAREL Zum „7er“-Punkt schreiten und versenken: So heißt die Devise heute gegen den Zweiten.

Von Maik Michalski VAREL - Hart anpacken, nie aufgeben, bis zum Schluss kämpfen: Diese Einstellung hat Ralf Koring in die Wiege gelegt bekommen. „Meine Eltern waren nun mal keine Akademiker“, sagt der 36-Jährige, der auf einem Bauernhof in Conneforde aufgewachsen ist. Früh hat er gelernt, keine Scheu vor Dingen zu haben. Eine Eigenschaft, die seine Leidenschaft für Handball erklärt. „Ich bin ehrgeizig, was den Sport angeht“, sagt „Kora“, wie ihn seine Mitspieler freundschaftlich nennen. „Wäre das beruflich oder schulisch auch so gewesen, hätte ich was anderes machen können.“ Er lacht.

Eine weitere Stärke ist seine Beständigkeit. „Ich habe während der vielen Jahre bei zwei Vereinen Handball gespielt, ich bin halt sehr treu, im Leben wie im Sport.“

Unbeständig verläuft hingegen eher die Saison für die Zweitliga-Handballer der HSG Varel. Noch stehen sechs Spiele auf dem Programm. Heute, Donnerstag, muss das Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Ahlener SG gewonnen werden (Anwurf, 20 Uhr, Halle Altjührden). „Wir müssen noch sechs Punkte holen“, rechnet Ralf Koring vor. „Ich will nicht nochmal absteigen“, sagt er bestimmt. Jede Niederlage wurmt ihn. „Man leidet ja nicht nur selber wie ein Hund, sondern auch die Familie.“ Die gemeinsam mit seiner Frau, seinen Kindern und seiner Hündin verbrachte Zeit helfen dem Familienmenschen über Tiefpunkte hinweg.

Und die unzähligen Begegnungen mit Bekannten und Freunden. Dass die Mannschaft so viele Fans hat, macht ihn stolz. „Als ich wieder nach Varel kam und wir Dritter wurden, hatten wir nicht so viele Zuschauer in der Halle wie jetzt“, erinnert er sich. Gerne mischt er sich nach den Heimspielen „unters Volk“ und spricht mit den Zuschauern in der Halle oder im Vorraum. Die Fans honorieren das und wissen, was sie an „Kora“ haben. In der Abwehr kämpft er buchstäblich bis zum Umfallen in vorderster Front. Er spornt nach einem vergebenen Wurf sich selbst und gerade die jüngeren Mitspieler an – und sucht nicht nur Kontakt zum Gegenspieler, sondern auch mal zum Schiedsrichter. „Mit manchen kannst du reden, andere mögen das nicht und schicken dich wegen Meckerns gleich vom Feld“, weiß er um so manch unnötige Zeitstrafe.

Im Angriff ist er als Kreisläufer mit seinen 85 Kilogramm Lückenreißer für die Rückraumspieler. „Ich hänge sehr stark vom Rückraum ab, wenn die Spieler dort keinen Druck aufbauen können, finde ich keine Lücke.“ Die Rückraumspieler müssten nicht nur parallel zur Abwehr laufen, sondern auf die Deckung zugehen.

Innerhalb der Mannschaft ist er nicht nur wegen seiner Leistungen geachtet, sondern auch wegen seiner Pünktlichkeit. Zumeist ist er wenige Minuten vor der vereinbarten Zeit am Treffpunkt. „Das liegt daran, dass ich nach der Arbeit und dem Handball möglichst viel Zeit mit der Familie verbringen möchte“, hat er als einfache Erklärung parat. Auf den langen Rückfahrten gönnt er sich schon mal das eine oder andere Stück Schokolade. „Ist gut gegen das Heimweh“, sagt der 1,85-Meter-Mann und lacht.

Seine Anspannung beginnt auch zumeist erst, wenn er die Halle betritt. „Warmmachen, Besprechung – dann komme ich richtig in Wallung“, sagt Ralf Koring, der mit 158 Treffern die interne Torschützenliste der Vareler anführt, davon 46 vom Siebenmeterpunkt. „Bei den Strafwürfen steckt bei uns derzeit ein bisschen der Wurm drin“, gesteht er ein. Wenn die Schiris heute gegen Ahlen „7er“ pfeifen, lautet die Devise: zum Punkt schreiten und versenken. Und kämpfen bis zum Schluss. Aber das macht Ralf Koring ja immer.

Hof und Handball

Geboren wurde Ralf Koring am 1. Juni 1969 in Conneforde.

Nach der Schulzeit in Varel und dem Berufsgrundbildungsjahr Agrar machte er eine Ausbildung zum Landwirt auf dem elterlichen Hof und bei Landwirt Blankenforth in Obenstrohe. 1989 schulte er zum Industriemechaniker um. Derzeit arbeitet er als Fertigungsplaner bei Airbus Nordenham-Einswarden.

Seine Frau Frauke, die er 1996 heiratete, stammt aus Grünenkamp. Zur Familie Koring gehören neben den beiden Kindern Mette und Hannes noch Jagdhündin Birka.

Schleuderball, Boßeln und Klootschießen waren früher seine Sportarten. Mit acht Jahren fing er gemeinsam mit seinem Bruder Klaus mit dem Handball an. Trainer war Danilo Loncovic. 1980 wurde er mit der E-Jugend der SG VTB/Altjührden Niedersachsenmeister. 1992 holte ihn sein ehemaliger Trainer Niko Beslac zum VfL Hameln in die erste Liga. 2000 ging es zurück nach Varel.

Diese NWZ-Serie stellt die Handballer der HSG Varel von ihrer privaten Seite abseits des Spielfeldes vor.

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