Vreschen-Bokel - „Die Wirtin vom Leuchtturm hat beim Schützenfest 1965 gefragt, wer Interesse am Kegeln hat“, erinnert sich Anny Hinrichs noch sehr genau. Schnell hatte sie eine Gruppe zusammen und schon eine Woche später, am 12. Juli 1965, standen zehn Personen auf der Kegelbahn in der ehemaligen Gasstätte „Zum Leuchtturm“ in Apen. Der Kegelclub „Fidele Runde“ war gegründet. Anny Hinrichs, die bis 1968 Kegelmutter war, und Ingrid Janßen gehörten zu den Frauen der ersten Stunde und sind noch heute dabei.

Seit 1968 ist Annefriede Beck Kegelmutter der derzeit zwölfköpfigen Gruppe, die längst zu einer festen und fröhlichen Einheit zusammen gewachsen ist. „Alle freuen sich auf den Kegelabend im Gasthof Scheppner“, strahlt Annefriede Beck. In den fünf Jahrzehnten habe es häufiger Wechsel gegeben. „Weil wir irgendwann nicht mehr genügend Leute waren, gehören seit 1983 unsere Männer mit zum Kegelverein“, so die Kegelmutter.

Neben zahlreichen Unternehmungen, wie Kohlfahrten, Radtouren, Weihnachtsfeiern, habe es 1980 eine dreitägige Fahrt an die Mosel gegeben. Noch sehr lebendig ist den Keglern der Ausflug mit Kegelnachmittag zum 25-jährigen Bestehen in Barßel vor Augen: Annefriede Beck verzeichnete 25 Mal „alle Neun“ und Ingrid Janßen schaffte 15 Mal „alle Neun“. Auch sonst vermelden die Vereinsbilanzen laut Beck respektable Ergebnisse: „Am 29. Juli 1999 kegelte Egon Janßen 85 Holz und schaffte 20 Neuner-Würfe.“

35 Jahre lang war die Aper Gaststätte den Keglern ein fester Treffpunkt. Im Jahr 2000 wechselte die „Fidele Runde“ in den Westerloyer Gasthof Deutschendorf und feierte dort am 13. Juli das 35-jähriges Bestehen. Nach dessen Schließung fand die Gruppe ab November 2005 im Linderner „Rosenkrug“ eine neue Bahn. Seit dem 7. Januar 2009 treffen sich die Kegelschwestern und –brüder alle vier Wochen im Gasthof Scheppner.

Mit leichtem Wehmut schauen die Mitglieder der „Fidelen Runde“ auf den 16. Juli 2015. Dann geht ihre aktive Vereinsära mit einem gemütlichen Essen nach genau 50 Jahren zu Ende. Gemeinsam habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, so die Kegler. Zwar seien fast immer alle Mitglieder bei den geselligen Abenden dabei, aber es nähmen längst nicht mehr alle am aktiven Kegeln teil.

Aus den Augen verlieren wollen sie sich jedoch nicht. „Wir werden auch weiterhin alle vier Wochen zusammen kommen“, blickt die Gemeinschaft im Alter von 58 bis 86 Jahren fröhlich in die Zukunft.