LAGOA - Der deutsche Handball-Bund unterstützt den aufstrebenden Beachhandball noch nicht. Doch das Team aus Wildeshausen nahm nun schon zum vierten Mal in Folge an der Europameisterschaft der europäischen Beachhandball-Serie (EBT) teil.
Was der deutschen Fußball-Nationalmannschaft möglicherweise noch bevorsteht, ein EM-Finale unglücklicherweise zu verpassen, hat Oliver Galeotti – Manager des Handball-Oberligisten TV Cloppenburg – als Trainer mit seinen Beachhandballerinnen der Bumblebees Wildeshausen vor kurzem in Lagoa (Portugal) schon erlebt. Aber nach Platz sieben (2009), Rang vier (2010) und Platz sechs im Vorjahr war der Bronzeplatz der bislang größte Erfolg für das Wildeshauser Team, in dem mit Esther Batke, Alexandra Kleebach und Elisabeth Haskamp ehemalige Spielerinnen des TV Cloppenburg tatkräftig mitwirken.
Das Trainergespann Beverley Sasse und Oliver Galeotti war schon in der Vorrunde nicht nur vom tollen Event und der klasse Atmosphäre, wie Galeotti betonte, begeistert – auch das Team überzeugte sehr. Zwei Erfolge gegen die Schweiz (20:14, 14:12) und Polen (11:8, 10:9) standen verdienten Niederlage gegen die Niederlande (14:17, 7:17) gegenüber. Nach dem Gruppensieg hatte das Team vom Beach-Sportverein Nord-West dann trotz einer Superleistung im Halbfinale viel Pech. Gegen das mit ehemaligen Nationalspielerinnen besetzte Team aus Ungarn verloren die Bumblebees in beiden Durchgängen jeweils nach Verlängerung mit 13:14.
„Da waren die Ungarinnen einen Tick cleverer. Es war trotzdem ein super Spiel von uns, und ich hatte Bedenken, dass diese Niederlage die Mädels dermaßen mitnimmt, denn sie hatten einfach einen Erfolg verdient“, meinte Galeotti. Doch im Spiel um Platz drei gegen die Schweiz drehten die Bumblebees nochmals auf: Sie wollten unbedingt die Bronzemedaille. Zwar wurde Satz eins mit 11:23 verloren, doch mit einer Umstellung – Batke rückte in die Abwehr und Haskamp in den Angriff – und einer starken Nicole Misterek im Tor erzwangen sie mit einem 12:6 im zweiten Satz das Shoot out. Hier zeigte das Team Nerven wie Stahlseile und siegte verdient mit 7:6.
„Ich ziehe den Hut davor, wie unsere Mannschaft nach dem so unglücklich verlorenen Halbfinale zurück gekommen ist“, betonte sich Galeotti, der sich schon auf das EM-Turnier 2013 (in Skandinavien?) freut.
Zuvor gilt es aber, in den Turnieren in Dangast Ende Juni, in Hamburg am 7. und 8. Juli, beim Masters in Bremen (14. und 15. Juli) sowie in Tilburg (4. und 5. August) genügend Ranglistenpunkte zu sammeln, um sich für die EM zu qualifizierten. Vielleicht klappt es dann im Jahr 2013 mit dem Finale oder sogar dem Titelgewinn. . .
Es spielten: Esther Batke (Komet Arsten), Alexandra Kleebach (Schalke 04), Nicole Misterek (ohne Verein), Sandra Wellsow, Juliane Faeseke (beide PSV Recklinghausen), Miriam Wachsmann, Elisabeth Haskamp (beide SFN Vechta), Charlotte Schumacher (Werder Bremen).
