Lake Placid - Aljona Savchenko winkte schier unermüdlich ins Publikum, Bruno Massot strahlte wie noch nie: Die Vize-Weltmeister aus Oberstdorf krönten eine turbulente Woche bei „Skate America“ in Lake Placid/USA mit einem grandiosen Grand-Prix-Triumph.
Sichtlich beflügelt von der bevorstehenden Einbürgerung für den Franzosen liefen Savchenko/Massot die beste Kür ihrer gemeinsamen Eiskunstlauf-Laufbahn, stellten mit 150,58 Punkten eine persönliche Bestleistung auf und untermauerten ihre Hoffnungen auf den Olympiasieg. „Wir sind definitiv einen Schritt weiter. Ich habe Hochachtung davor, wie Bruno alle Steine aus dem Weg geräumt hat“, sagte die fünfmalige Paarlauf-Weltmeisterin Savchenko stolz.
Denn ihr Partner bestand nicht nur im dritten Anlauf den für seinen deutschen Pass und die Olympiateilnahme für Deutschland unerlässlichen Sprachtest, er kämpfte sich wieder einmal mit Rückenschmerzen durch die Kür. „Dank unseres Physiotherapeuten bin ich gut durch das Programm gekommen. Ein Hochleistungssportler, der keine Schmerzen erträgt, ist kein echter Hochleistungssportler“, sagte der 28-Jährige heroisch. Ungeachtet seiner Beschwerden, so Massot weiter, sei es die bislang beste Kür der Saison gewesen. Und so rückt das große Ziel, olympisches Paarlauf-Gold im Februar im südkoreanischen Pyeongchang, immer mehr in den Fokus. Massot: „Wir sind im März nur ganz knapp am WM-Titel vorbeigeschrammt. Da kann es nur unser einziges Ziel sein, bei Olympia ganz oben auf dem Podium zu stehen.“
Nicht einmal kleine Schwächen bei der gebürtigen Ukrainerin, die den doppelten Toe-Loop zweimal nur einfach sprang, konnten den harmonischen Gesamteindruck stören. Die 5000 Zuschauer jedenfalls feierten die Kür zur Filmmusik „Die Welt von oben“ mit großem Beifall. Die Vize-Europameister können nach ihrem ersten Saisonsieg im dritten Anlauf mit viel Rückenwind in die weitere olympische Saison gehen.
Schon beim Grand-Prix-Finale in zwei Wochen in Nagoya treffen die Schützlinge von Trainer Alexander König auf die russischen Europameister Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow sowie erstmals auf die Weltmeister Wen Jing Sui und Cong Han aus China. Weitere Stationen auf dem Weg nach Südkorea sind die nationalen Titelkämpfe Mitte Dezember in Frankfurt/Main sowie die Europameisterschaften Mitte Januar in Moskau. Unterbrochen nur vom Weihnachtsfest in Oberstdorf, auf das sich Savchenko schon jetzt freut, denn: „Da werde ich von meinem Mann Liam bekocht.“
