Sindelfingen/Heidmühle - Nur hauchdünn hat Leichtathletin Lale Eden vom Heidmühler FC die erhoffte Medaille bei den deutschen Meisterschaften der Jugend in Sindelfingen verpasst. Zwar übersprang die 18-jährige Wangerländerin die 1,80 Meter im ersten Versuch – mit dieser Höhe war sie vor einer Woche, wie berichtet, bei den nationalen Hallentitelkämpfen der Frauen in Leipzig Sechste geworden. Doch reichte es bei der Jugend-DM am Ende „nur“ für den vierten Platz, weil sich Eden zuvor vier Fehlversuche geleistet hatte und anschließend die 1,82-Meter-Marke nicht mehr meistern konnte.
Hin- und hergerissen
So war Eden nach ihrem bereits dritten vierten Platz bei deutschen Meisterschaften in ihrer Bilanz auch hin- und hergerissen. Angesichts der studienbedingten Abstriche, die sie im Wintertraining hatte machen müssen, und der Teilnahme daher auch an lediglich drei Hallenwettbewerben, zeigte sie sich mit dem erneuten Abrufen der Höhe von 1,80 Meter einerseits zufrieden. „Andererseits wäre ich natürlich schon gerne mal bei den Deutschen auf dem Treppchen gelandet“, gestand sie ihrem Heimtrainer Steffen Klaudius, der zu Hause vor dem Live-Ticker mit seinem Ausnahmetalent mitgefiebert hatte.
„Das war für mich noch aufregender als bei der Frauen-DM in Leipzig als ich live vor Ort dabei war“, verriet Klaudius, der sich mit dem vierten Platz von Lale Eden in der U 20 hochzufrieden zeigte: „Man muss ja auch die Top-Konkurrenz bedenken. Lale kommt von einem Dorfclub und gehört trotzdem zu den besten deutschen Hochspringerinnen!“
Psychisch anstrengend
Lale Eden, die am ersten Wettkampftag zudem praktisch zum Aufwärmen im 60-Meter-Sprint (8,05 Sek. im Vorlauf) gestartet war, stufte die Titelkämpfe in Sindelfingen, bei denen sie von Hochsprung-Landestrainerin Astrid Onnen betreut wurde, als „psychisch sehr anstrengend“ ein. Zum einen wurde der Wettkampf durch Staffelentscheideidungen immer wieder unterbrochen und waren zeitgleich die Kugelstoßer in Aktion. Zum anderen haderte die Wangerländerin mit ihrem Anlauf. Ihr bester Sprung war der Satz über 1,80 Meter.
Neue deutsche U-20-Meisterin wurde nach einem enorm ausgeglichenen Wettkampf Mareike Max von Werder Bremen. Sie gehörte zu den drei Springerinnen unter den 15 Startern, die die Höhe von 1,82 Meter meisterten. Dabei schaffte sie es als einzige bereits im ersten Versuch. „Ein unglaublicher Wettkampf, total spannend. Ich kann nicht glauben, dass ich gewonnen habe“, freute sich die Fünfte der U-20-WM riesig über ihren Titelcoup.
Laura Gröll (LG Eckental), die in diesem Jahr mit 1,88 Metern schon einen formidablen bayerischen U-20-Rekord aufgestellt hatte, wurde Vizemeisterin, nachdem sie sich in Sindelfingen bei 1,82 Meter einen Fehlversuch geleistet hatte. Bronze gewann Leonie Reuter (LG Nord Berlin), die 1,82 Meter im dritten Durchgang schaffte.
