Varel/Jever - Mit diversen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen haderten am Wochenende insbesondere die beiden friesländischen Frauenteams in der Handball-Landesliga bei ihren Punkteteilungen.

Frauen: BW Lohne - HSG Neuenburg/Bockhorn 17:17. Stark benachteiligt fühlten sich die Gäste in diesem hitzigen Duell. „Das war eindeutig eine Schädigung unserer beliebten Sportart, hervorgerufen durch die äußerst schwachen Schiedsrichter sowie den Lohner Trainer“, echauffierte sich HSG-Vorstand Wolf-Rüdiger Temp. Permanent seien die HSG-Spielerinnen vom BW-Coach im Vorbeilaufen verbal beleidigt worden, ohne dass die Unparteiischen eingriffen – was zudem noch das Publikum aufheizte. Zudem mussten die Neuenburgerinnen angesichts von elf Zeitstrafen immer wieder in Unterzahl spielen, während Lohne keine einzige Zeitstrafe kassierte. „Die Begegnung als hart und unfair zu bezeichnen, wäre falsch“, betonte Temp. „Daher ist auch das Siebenmeterverhältnis von elf zu drei zugunsten der Gastgeberinnen nicht nachvollziehbar.“

Trotz „dieser ganzen Ungereimtheiten“ (Temp), blieben die Südfriesländerinnen diszipliniert, auch wenn sie angesichts der permanenten Benachteiligungen den Vorsprung von 12:7 nicht zu einem Sieg über die Zeit retten konnten. „Ich bin stolz auf meine Spielerinnen, denn ihr Verhalten auf dem Feld war einfach nur toll“, bilanzierte HSG-Trainer Maik Radig. „Die Geschlossenheit der Mannschaft gab ihr die Kraft, in diesem Spiel dagegen zu halten.“

Durch die Punkteteilung musste die HSG die Tabellenführung an den TV Cloppenburg abgeben, hat aber bereits am Donnerstagabend (20 Uhr, Bockhorn) im Nachholspiel gegen Elsfleth die Chance, mit einem Sieg wieder die Tabellenspitze zu übernehmen.

GW Mühlen - HG Jever/Schortens 20:20. In einer hektischen Partie war Torfrau Sandra Möhlmann der große Rückhalt des Gästeteams, das sich ganz anders als noch bei der 34:41-Niederlage im Hinspiel gegen Mühlen präsentierte. „Es war enorm viel Gift in der Partie, ging rauf und runter und war sehr stressig“, musste HSG-Betreuerin Birgit Graalfs nach dem Schlusspfiff kräftig durchatmen.

Nach einer 8:5-Führung waren die Friesländerinnen mit 8:11 ins Hintertreffen geraten. Nach dem Seitenwechsel (10:12) glichen sie beim Stand von 16:16 (48.) erstmals wieder aus. „Nach dem 18:19 ging es in der Schlussphase dann drunter und drüber“, berichtete Graalfs und ärgerte sich darüber, dass Lisa Speckmann nach einem Tempogegenstoß am gegnerischen Torkreis klar gefoult worden sei – ohne dass die beiden Unparteiischen dies ahndeten. Zurück in der Abwehr, ließ sich Speckmann zu einem Revanchefoul hinreißen und sah die Rote Karte (ohne Bericht).

Dennoch ging die HG in Unterzahl mit 20:19 in Führung, obwohl auch Kira Schoster beim Führungstreffer klar gefoult worden sei. Als die Schlusssirene ertönte, feierte die HG bereits den Sieg, doch einer der beiden Unparteiischen monierte, dass noch zehn Sekunden zu spielen seien. Diese nutzte Mühlen zu einem Überraschungsangriff und Ausgleich. „Auch wenn das Remis vom Spielverlauf her in Ordnung geht, ist uns ein Punkt geklaut worden, weil niemals noch zehn Sekunden nachgespielt werden mussten“, grantelte Graalfs.

Männer: TSG Hatten-Sandkrug II - HSG Neuenburg/Bockhorn 31:28. Trotz der knappen Niederlage, die sich erst in den Schlussminuten eines Spiels auf Augenhöhe herauskristallisiert hatte, zeigten die stark ersatzgeschwächten Gäste eine gute Leistung. So musste HSG-Trainer Bernd Frosch bei der Sandkruger Oberliga-Reserve auf Spielmacher Jochen Silk (erkrankt), Torwart Florian Prill (Trainerlehrgang), Kreisläufer Steffen Silk (verletzt) und Rechtsaußen Volker Kube (ortsabwesend) verzichten.

Nach dem Seitenwechsel (14:16) kämpften sich die Friesländer nach einen Drei-Tore-Rückstand (25:28) wieder auf 27:28 (53.) heran, ehe eine unglückliche Entscheidung der ansonsten guten Schiedsrichter die Hausherren auf die Siegerstraße brachte. Bei der HSG gab Bernd-Georg Bohlken ein gutes Saisondebüt, während der lange verletzte Torwart Lars Buschmann zu seiner alten Form zurückfand.