Rastede/Ganderkesee - Was für ein Auftakt: Zum ersten Mal ist der 15-jährige Emil Oetken mit seinem Pferd Indorado auf dem Landesturnier in Rastede zur L-Stilspringprüfung gestartet und hat auf Anhieb in der Qualifikation den ersten Platz gemacht – mit der Traumnote 9,0.
„Damit hatte ich nicht gerechnet – sensationell“, strahlt der Reiter aus Ganderkesee (Landkreis Oldenburg). Beim Finale des Talent-Förderpreises am Donnerstag errang er schließlich einen hervorragenden zweiten Platz hinter Tim Brandt vom Nordenhamer RC.
Neue Herausforderung
„Jetzt muss ich erstmal realisieren, wie gut diese Tage gelaufen sind“, ist Emil nach dem Finale noch völlig überwältigt von dem Erfolg. Vor der Qualifikation am Dienstag hatte er noch gesagt: „Wenn’s gut läuft, ist es super. Wenn nicht, bin ich wenigstens dabei gewesen.“ Entsprechend entspannt konnte er starten.
„Zu viel Druck schadet nur und überträgt sich auch aufs Pferd“, weiß Emil, der auf mehrjährige Turniererfahrung zurückgreifen kann – allerdings auf dem Pony. Mit seinem zehnjährigen Wallach Indorado war er zum ersten Mal in Rastede dabei.
Auf zwei vorherigen Springturnieren hatte er sich für das Landesturnier qualifiziert, diese Teilnahme war für ihn erklärtes Ziel. „Es ist eine besondere Chance, auf so einem großen Turnier reiten zu dürfen“, freut sich der junge Reiter vom RV Ganderkesee. Rastede sei für ihn „das Aachen des Nordens“ mit einem ganz außergewöhnlichen Flair. Doch nach dem Turnier ist vor dem Turnier: Für Emil und Indorado geht es schon im August weiter, unter anderem mit dem hochkarätigen CWD Kids Cup.
2020 hatte Oetken bereits mit seinem Pony Indian Spring das Nachwuchs-Championat in Nethen in der E-Dressur und im E-Springen gewonnen. Auch im A-Springen und der L-Dressur war er in den Vorjahren in Rastede bereits erfolgreich. Dennoch entschied er sich, aufs Großpferd zu wechseln und eine neue Herausforderung anzunehmen. „Die Gangarten sind natürlich ganz anders, aber Indorado und ich haben uns schnell aufeinander eingestimmt – das war ein echtes Glück“, sagt er.
Ein gutes Team
Unterstützung bekommt der Zehntklässler, der das Gymnasium Ganderkesee besucht, von seiner Mutter. „Wir sind ein gutes Team“, sagen beide. Bente Oetken ist ebenfalls passionierte Reiterin, über sie kam auch Emil zum Pferdesport. Beinahe täglich reitet er, hinzu kommen regelmäßiges Springtraining und Dressurunterricht. Trotzdem findet er auch noch Zeit für seinen zweiten Sport, den Fußball mit Training zweimal pro Woche und Spielen am Wochenende.
Das klappt allerdings nicht immer. „Der Reitsport hat erste Priorität, das akzeptieren die Fußballer auch mittlerweile“, sagt er. Manchmal jedoch wird’s eng – dann spielt er die erste Halbzeit eines Fußballspiels mit und sitzt in der zweiten Halbzeit im Sattel. „Ohne die Unterstützung meiner Eltern würde das nicht funktionieren.“ Bente Oetken sieht es positiv: „Durch den gemeinsamen Sport verbringen wir viel Zeit miteinander, das ist toll.“
