LANDKREIS - Mit einem Interimstrainer haben Bundesliga-Faustballer des SV Moslesfehn am Freitagabend das Derby gewonnen. Die Mannschaft setzte sich beim TV Brettorf mit 5:2 durch. Nach dem Spiel gegen den MTV Hammah (1:5) am vergangenen Sonnabend hatte Bodo Würdemann seinen Rücktritt erklärt. „Es gab Differenzen mit einem Spieler“, sagte er gegenüber der NWZ . „Danach war eine weitere Zusammenarbeit nicht möglich. Da ich fand, dass der Spieler für das Team wichtiger ist, habe ich mein Amt abgegeben.“
In Brettorf übernahm Volker Schütte, Spieler aus der Zweitliga-Mannschaft des Vereins, die Betreuung. „Ich bin natürlich sehr zufrieden“, sagte er über das 11:4, 4:11, 11:9, 11:7, 11:6, 9:11, 11:8. „Die Mannschaft hat gut gespielt. Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen.“ Schütte wird das Team auch am Sonntag im Heimspiel gegen den TK Hannover betreuen (16 Uhr, Konsorsstraße). „Das ist aber keine endgültige Lösung“, erklärte er. „Dazu spiele ich zu gerne selber. Trainer und Spieler, das geht aber nicht.“
Der TV Brettorf ist am Sonntag, 11 Uhr, beim Spitzenreiter VfK Berlin zu Gast. Der Ahlhorner SV tritt an diesem Sonnabend erneut auf dem eigenen Platz an der Katharinenstraße an. Ab 16 Uhr treffen die Ahlhorner auf die SG Kaulsdorf.
„Die Mannschaft hat zum falschen Zeitpunkt einfach schlecht gespielt“, sagte TVB-Trainer Jürgen Büsselmann am Freitagabend. Der Blick müsse nach den beiden Niederlagen in den Derbys – am Mittwoch hatte sein Team beim Ahlhorner SV verloren – zunächst auf die unteren Tabellenregionen gerichtet werden. In der Partie gegen die Moslesfehn lagen die Brettorfer von Beginn an zurück. Probleme hatten sie vor allem in der Abwehr und im Zuspiel. „Es fehlte einfach die Routine und die Sicherheit“, erklärte Büsselmann. In so einem Spiel zeige sich, wie wichtig Christian Kläner (Auslandsaufenthalt) für das Team ist. Trotz ihres großen Kampfgeistes waren die Brettorfer chancenlos. Hoffnung keimte kurz auf, als sie im sechsten Satz einen Rückstand aufholten und diesen gewannen Auch im siebten bewiesen sie Moral, kamen nach einem 5:8 und 6:10 bis auf 8:10 heran. Doch ein guter Aufschlag von Christoph Johannes brachte dem SVM den Sieg.
„Wenn wir dieses Spiel nicht gewinnen, war der Erfolg über Brettorf gar nichts wert“, sagte ASV-Trainer Ralf Kreye mit Blick auf den 5:3-Derbysieg vom vergangenen Mittwoch. Mit dem 9:11, 7:11, 11:6, 12:10, 7:11, 11:9, 11:8 und 11:9 fuhr der ASV seinen ersten Saisonsieg ein. Sein Team machte erst einen 0:2 wett und war später nicht mehr zu stoppen. Maßgeblichen Anteil daran hatte Nils-Christoffer Carl. Der Erstangreifer war nach vorn rechts gewechselt, fischte dort fast alle kurzen Bälle der Brettorfer weg und riss so seine Mannschaftskameraden mit. Der TVB ging zwar nochmal in Führung (11:7), doch dann beherrschte der ASV das Geschehen. Carl, der auch stark aufschlug, bekam wirkungsvolle Unterstützung von Till Meiners und Karsten Bilger. „Sie haben hinten zugemacht“, bestätigte Kreye. Die Brettorfer, die nach dem 3:3 ihren Angabenschläger Tobias Kläner verletzungsbedingt ersetzen mussten, gaben sich zwar nie auf, doch das Team um den starken Abwehrspieler Timo Kläner war in den
letzten Sätzen chancenlos. Seine Mannschaft dürfe sich auf den Lorbeeren aber nicht ausruhen, forderte Kreye. Die Aufgabe gegen den noch sieglosen Tabellenletzten aus Berlin werde schwer genug. „In diesem Spiel sind wir der Favorit, Kaulsdorf hat nichts zu verlieren.“
Die Brettorfer gehen als Außenseiter in die Partie beim VfK Berlin, der bisher eindeutig besten Mannschaft in der Nordstaffel. „Das ist natürlich ein ganz dickes Brett, das wir dort durchbohren müssen“, bestätigte Büsselmann. Bereits an diesem Sonnabend treten die Brettorfer die Reise an. „Es ist gut, dass die Mannschaft zwei Tage zusammen ist“, sagte Büsselmann. So könne sie sich nach den Niederlagen wieder aufrichten.
