LANDKREIS - Auch ohne viel Bewegung rinnt der Schweiß in diesen Tagen in Strömen. An sportliche Betätigung ist für die meisten Menschen in den heißesten Stunden des Tages kaum zu denken. Viele Sportler können und wollen trotzdem nicht auf das Training verzichten, denn oft ist der nächste Wettkampf nicht fern.
Leidenschaftliche Läufer wie Rainer Beewen lassen sich vom Wetter nicht abhalten. „Viele halten mich vielleicht für verrückt, aber ich mache weiter, wie bisher. Da ich ohnehin morgens und abends laufe, sind die Temperaturen zu ertragen. Was mir Probleme bereitet, sind hohe Ozonwerte – an diesen Tagen leide ich unter Atemnot, dann geht nicht viel“, erzählt der Abteilungsleiter der Leichtathletik des TSV Großenkneten. In seiner Funktion als Trainer legt er dagegen andere Maßstäbe an. „Tempoläufe werden dann nicht gemacht, es bleibt beim Dauerlauf“, so Beewen.
Training verlangsamt
Frank Kannegießer, Trainer der Bundesliga-Faustballerinnen des SV Moslesfehn, setzt den Temperaturen verlangsamtes Training entgegen. „Wir bleiben zwar bei unserem Programm und den Trainingszeiten, allerdings wird die Leistung gedrosselt. Der Konditionsteil wird verkürzt, und wir machen mehr Trinkpausen. Glücklicherweise liegt unsere Anlage im Schatten“, sagt er. Regel sei außerdem: Wer nicht mehr kann, bricht das Training ab.
Der Trainer der Bezirksliga-Fußballer des VfL Wildeshausen, Jürgen Gaden, setzt auf „viele Trinkpausen, Eis und Salze“. Es werde wie gewohnt intensiv trainiert. „Während unseres Trainingslagers ist ein Testspiel wegen der Hitze ausgefallen, dafür haben wir zwei Stunden trainiert“, so Gaden, der an diesem Mittwoch (19.30 Uhr, Krandel) mit dem VfL trotz der Wetterlage einen Test gegen den Landesligisten VfL Oldenburg bestreitet.
Beim TSV Ganderkesee sorgt Trainer Rafael Riekers während der Testspiele für ausreichend Getränke. Außerdem fallen die Übungseinheiten lockerer aus: „Wegen der Hitze dosieren wir die Trainingsintensität.“
Allgemeinarzt Dr. Walter Werner kann von Ausdauersport in der Sonne nur abraten: „In letzter Zeit hatte ich viele Patienten, die hitzebedingt unter Übelkeit und Kopfschmerzen litten. Sport sollte nur am frühen Morgen betrieben werden, abends ist die Ozonbelastung meist zu hoch. Ich rate auch unbedingt dazu, eine Kopfbedeckung zu tragen“, sagt er.
Auch Pferde schwitzen
Nicht nur die menschlichen Athleten stellt das Wetter vor körperliche Herausforderungen. Im Reitsport muss an das Befinden der Pferde gedacht werden – auch wenn diese oft weniger mit der Hitze zu kämpfen haben als der Reiter. „Bevor dem Pferd zu heiß wird, ist es eher der Reiter, der nicht mehr kann“, sagt Tierarzt Bernd Forte aus Ganderkesee. Wichtig sei, dass dem Tier genügend Wasser zur Verfügung gestellt wird. „Pferde schwitzen. Normalerweise brauchen sie um die 50 Liter Flüssigkeit pro Tag, der Bedarf steigt bei hohen Temperaturen“, so Forte.
Bärbel Auffahrt bestätigt dies. „Die Pferde sind schon sehr belastbar, aber wir machen jetzt keine Gewaltmärsche. Nach dem Training werden die Tiere mit Wasser bespritzt“, sagt die Vorsitzende des Kreisreiterverbandes Delmenhorst aus Ganderkesee. Ob Mensch oder Tier – über fallende Temperaturen würden sich zurzeit wohl viele Wettkämpfer freuen.
ist ein Gas, das immer in der Luft enthalten ist. Der Gehalt wird in Mikrogramm pro Kubikmeter angegeben.
von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter wird es für Mensch und Tier gefährlich. Folgen können Kopfschmerzen, Tränenreiz oder Husten sein. Die Werte können unter www.wetter.de eingesehen werden.
werden von dem reaktionsfreudigen Ozon angegriffen. Im schlimmsten Fall kommt es zu ernsthaften Atemwegserkrankungen.
