LANGENHAGEN - Ihr Auftritt ist zwar nicht unbedingt glanzvoll gewesen, dafür aber souverän und – noch wichtiger – erfolgreich. Mit 2:0 haben die Oberliga-Fußballer des BV Cloppenburg am Sonntag das Duell mit dem bisherigen Vierten SC Langenhagen für sich entschieden (siehe Bericht auf Seite 14). Für die Elf von Trainer Jörg-Uwe Klütz bedeutete der sechste Saisonsieg in fremden Stadien in Serie den Sprung vom fünften auf den zweiten Platz. Genauso wichtig aus Sicht des BVC war, dass gleich mehrere Topteams Federn lassen mussten.
„Für die Zuschauer war das Spiel sicherlich nicht schön anzuschauen. Aber ich hatte auch nichts anderes erwartet. Entscheidend war, dass hinten die Null stand“, sagte Klütz nach Spielschluss erleichtert. Obwohl die Abwehr umbesetzt werden musste, arbeitete sie hoch konzentriert und fast fehlerlos. Gerrit Thomes und Daniel Vaughan ersetzten die fehlenden Außenverteidiger Alexander Baal und Andreas Zimmermann bestens. Und da zudem die BVC-Offensivkräfte fast ausnahmslos gut nach hinten arbeiteten, ging die bekannte Lauertaktik der Langenhagener diesmal nicht auf.
„Es ist für uns momentan einfacher, auswärts zu spielen. Da kriegen wir irgendwann immer unsere Räume“, blickt Klütz dem bevorstehenden Duell am Freitag gegen Osnabrücks nur schwer einzuschätzende Drittliga-Reserve nicht gerade euphorisch entgegen. Möglicherweise lässt er seine Spieler dann im Bus an die Friesoyther Straße fahren, um ein Auswärtsflair zu erzeugen. „Wir müssen alles probieren“, so der 43-Jährige. Während die BVC-Serie hielt, musste sich das Überraschungsteam aus Langenhagen erstmals seit sechs Spieltagen wieder einem Gegner beugen. SCL-Manager Wolfgang Lange, der sich zuvor viele Jahre als Ligaobmann beim BVC engagiert hatte, versuchte vor dem Anstoß vergeblich, Druck von seinen Spielern zu nehmen. „Cloppenburg steht unter Druck und muss gewinnen. Ihr dürft verlieren“, hatte Lange verkündet. Natürlich in der Hoffnung seinem Ex-Club wie schon in der Vorsaison ein Bein stellen zu können.
Zu denken gibt Lange, der auch als gewiefter Sprecher der Oberligavereine fungiert, die Resonanz des Flughafenclubs. „Wenn wir Meister werden sollten, würde es kaum jemand bemerken.“ Dabei sind die Langenhagener im Großraum Hannover längst die Nummer drei hinter „96“ und Havelse.
Derweil blicken die BVC-Übungsleiter Klütz und Mario Neumann nach der gelungenen Rehabilitation nach dem 1:4-Heimdesaster gegen Spitzenreiter Goslarer SC dem Fanabend am Donnerstag im Hotel Diekgerdes entspannt entgegen. Dort wollen die beiden den Mitgliedern des Fanclubs und den Nutzern des BVC-Internetforums Rede und Antwort stehen.
