LASTRUP - Die Ex-Profis leiteten am vergangenen Wochenende vier Trainingseinheiten. D-Jugendspieler aus den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und aus dem Emsland zeigten ihr Können.
Von Steffen Szepanski
LASTRUP - Da staunten die elf- und zwölfjährigen Nachwuchsfußballer nicht schlecht: Einen waschechten Europameister als „Balljungen“ hatten sie vorher noch nie gesehen. Aber Steffen Freund – immerhin zweimal Deutscher Meister mit Borussia Dortmund und Europameister 1996 in England – war sich während des EWE Fußball Camps noch nicht einmal zu schade, die Bälle für die Jungen einzusammeln. Zusammen mit Günter Hermann (Deutscher Meister mit Werder Bremen 1988 und 93, Weltmeister 1990 in Italien) zeigte er den Kindern am vergangenen Wochenende in der Sportschule Lastrup nicht nur, wie sie sich noch verbessern können, sondern auch, dass man trotz noch so großer Erfolge ein lockerer Kumpeltyp bleiben kann.Die von der EWE eingeladenen Talente aus den Kreisen Cloppenburg, Vechta und dem Emsland verbrachten ein ganzes Wochenende in der Sportschule Lastrup. Neben Fußball stand auch Schwimmen und Kegeln auf dem Programm – am wichtigsten war den Kindern aber das Training mit den Stars. Zwar haben sie deren größte Zeit auf dem Feld nicht miterlebt, dafür aber umso mehr von ihren Eltern über das Können der Ex-Profis gehört.
Und dass die sich auch mit Trainingslehre auskennen, merkten sie schnell. „Das Training ist hier viel intensiver als im Verein“, befand etwa der zwölfjährige Marvin Hausfeld aus Brockdorf. „Wir müssen hier laufen, gleichzeitig mit den Armen kreisen und dann den Kopfball kriegen.“ Koordinative Übungen sind aus Günter Hermanns Sicht für die D-Jugendspieler enorm wichtig. „In dem Bereich haben die Jungs noch Schwächen,“ sagt der 46-Jährige, der den Fußball-Oberligisten VSK Osterholz-Scharmbeck trainiert. „Aber die Kinder sind alle voll bei der Sache und bemühen sich sehr. So macht das Training auch mir großen Spaß“, sagt Hermann, der schon im dritten Jahr bei den EWE Fußball Camps als Trainer dabei ist.
Steffen Freund ist über den ehemaligen Werder-Torwart Dieter Burdenski zum Fußball-Camp-Trainer geworden. „Buddes“ Firma „Burdenski Events“ organisiert die sechs Veranstaltungen im EWE-Geschäftsgebiet mit Finale in Cloppenburg (siehe Kasten) und kennt Freund aus der Prominenten-Mannschaft „Deutschland-Oldies“. „Da ich selbst eine D-Jugend in der Nähe von Potsdam trainiere, hat sich das angeboten“, sagte Freund. Ihm sei es besonders wichtig, die Nachwuchsfußballer zur Beidfüßigkeit zu erziehen.
Und so ließ er die Kinder mal mit dem einen, mal mit dem anderen Fuß aufs Tor schießen. Er warf ihnen die Bälle zu, und die Jungs mussten sie aus dem Lauf heraus volley zu ihm zurückspielen. Und das klappte schon richtig gut, was Freund auch deutlich machte. „Gut, Carsten“, „Super, Torwart“, „Gute Technik, Martin“, schallte es über den Platz.
Und nach dem Lob des Europameisters gingen die Talente die Spezialübungen mit noch mehr Elan an. Sie versuchten, von der Ecke direkt ins Tor zu schießen oder die Latte von der Strafraumgrenze aus zu treffen. Und für die Sieger der Übungen gab es kleine Geschenke.
Dabei hatte ihnen Steffen Freund doch schon ein Geschenk gemacht. Schließlich haben die Jungs nach dem Fußball Camp einiges zu erzählen: Wer kann sonst schon von sich behaupten, dass ihm ein Europameister als Balljunge gedient hat. . .
Fünf Talente bei Finale in Cloppenburg
