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NWZonline.de Sport

Wenn sich Läufer wie Gladiatoren fühlen

12.10.2017

Oldenburg /Nordwesten Sechs Monate Training, Ernährungsumstellung, Vorträge, Lauftreffs: Die NWZ-Sportaktion „Lauf geht’s“ befindet sich auf der Zielgeraden. In der kommenden Woche, am Sonntag, 22. Oktober, wird ein Großteil der mehr als 400 Teilnehmer das Ziel der Aktion meistern: den Oldenburger Halbmarathon. Andere Teilnehmer wiederum werden beim zehn-Kilometer-Lauf dabei sein. Der Halbmarathon war das eine Ziel von „Lauf geht’s“. Die gesteigerte Fitness das andere. Im Vorfeld des großen Finales hat sie die NWZ bei einigen Teilnehmern umgehört: Was hat ihnen „Lauf geht’s“ gebracht?

Zunächst gezögert – Mit Nachbar angemeldet

Training nach Plan

„Lauf geht’s“ wurde ins Leben gerufen von Dr. Wolfgang Feil und Wolfgang Grandjean. Feil, der wissenschaftliche Leiter, betreut die Aktion.

Die Teilnehmer werden in drei Leistungsgruppen eingeteilt – so ist sicher, dass jeder das Ziel Halbmarathon schaffen kann. In einem Trainingsplan ist genau festgehalten, welche Laufeinheiten als nächstes anstehen.

Zusätzlich bekommen die Teilnehmer durch Vorträge und Motivationsmails Ernährungs- und Lauf-Tipps. Redaktionell und in einem Blog wird die Aktion begleitet von Mathias Freese, Sophie Schwarz und Verena Sieling.

Weitere Informationen, motivierende Blogeinträge und Videos findet ihr auch im Netz.

„Über den Winter hatte ich immer eine Ausrede, um nicht zu joggen“, sagt Martin Rahders aus Alexanderfeld in Oldenburg. Der 41-jährige, verheiratete Familienvater fing im vergangenen Jahr erstmals mit dem Laufen an und hatte einen Laufkursus belegt. Er trainierte auf 30 Minuten hin. Dann kam der Winter: Eine Jahreszeit, in der oft nicht nur die Gartenmöbel, sondern auch die Laufschuhe reingestellt werden. Martin trainierte nicht weiter – erstmal. Bis ihm Anfang dieses Jahres ein Nachbar von „Lauf geht’s“ erzählte. „Er hat mich angesprochen und gefragt, ob Lauf geht’s nicht etwas für uns Beide wäre. Erst habe ich gezögert, dann haben wir beide uns doch angemeldet.“

So richtig überzeugt wirkte der Oldenburger nach den ersten Wochen nicht. Er habe sich nicht vorstellen können, bald schon einen Halbmarathon zu laufen, gibt er zu. Jedoch: „Mit der Zeit habe ich meine Leistung steigern können.“ Martin blieb dran. Im Juni lief er die 6,3 Kilometer beim Brunnenlauf in Oldenburg, selbst im Urlaub waren die Laufschuhe mit im Gepäck: Fünf Kilometer standen bei „Langeoog läuft“ auf dem Plan. „Ich habe jeweils gute Zeiten geschafft“, sagt er. Auch beim zehn-Kilometer-Lauf des Jever-Fun-Laufs im August – die Zwischen-Etappe von „Lauf geht’s“ – sei er „so schnell wie nie zuvor“ gewesen. „Die tolle Atmosphäre bei den Läufen hat mich immer wieder beeindruckt. Einerseits meine Familie, die mich zu jedem Lauf begleitet, andererseits all die Zuschauer, die einem zujubeln. Das ist ein tolles Gefühl.“ Vor dem Start habe er sich wie beim „Einzug der Gladiatoren“ gefühlt.

Erfahrungen, auf die er nicht mehr verzichten möchte „Das Laufen gehört für mich mittlerweile absolut zum Leben dazu.“ Durchhänger? Habe er zwischenzeitlich gehabt, sagt er. „Das Teufelchen auf meiner Schulter hat mir erzählt, dass ich ja schon mehr als doppelt so weit wie im Vorjahr laufen kann.“ Zum Glück, sagt er heute, habe er das Teufelchen von seiner Schulter weggepustet. Jetzt laufe er drei Mal pro Woche, zweimal alleine, einmal beim Lauftreff. „Ohne den Lauftreff würde ich sonntags morgens bestimmt nicht so früh und so weit laufen.“ Die Treffs sind Teil von „Lauf geht’s“. Im ganzen Nordwesten verteilt treffen sich kleinere Gruppen, um gemeinsam im Training die vorgegebenen Übungseinheiten zu machen.

Seine Familie hat er im Übrigen mit dem Lauffieber angesteckt: Seine siebenjährige Tochter Finja war am 3. Oktober beim Kinderlauf in Ofen dabei. Dem Halbmarathon sieht er motiviert entgegen. Momentan laufe er im Schnitt 14,5 Kilometer. Und er ist sich sicher, dass er die rund 21 Kilometer schaffen wird: „Und wenn es das Letzte ist, was ich tue!“ Die Zeit sei ihm egal – er setzt darauf, „tief zu stapeln“: „Hauptsache lebend ankommen“, sagt er mit einem Lächeln.

Laufen richtig lernen

„Laufen zählte nie zu unseren bevorzugten Sportarten“, sagen Timo und Kerstin Fasting aus Wahnbek im Ammerland. Der 46-Jährige und die 45-Jährige seien auch vor „Lauf geht’s“ gejoggt. „Aber noch nie so häufig und erst recht nicht so ausdauernd“, sagen sie. Meistens seien die beiden bereits nach kurzer Zeit völlig erschöpft gewesen – weil sie viel zu schnell unterwegs waren. In den Wintermonaten ging es ihnen so wie Martin: „Wir haben uns gar nicht sportlich betätigt – außer eine Woche Skifahren.“ „Lauf geht’s“ habe sie neugierig gemacht, das Laufen „richtig“ zu erlernen.

Die Teilnahme zeigte Wirkung: „Angespornt durch die persönlichen Erfolge wagen wir uns nun an den Halbmarathon.“ Die zehn Kilometer beim Jever-Fun-Lauf seien ein erster Meilenstein gewesen, bei dem beide je eine persönliche Bestzeit von deutlich unter einer Stunde gelaufen sind. Für das Paar ist das Laufen zum Hobby geworden: „Gerne nehmen wir nun an diversen Laufveranstaltungen teil, um Wettkampferfahrungen zu sammeln und uns auch mit anderen Läufern zu messen und auszutauschen.“ Die wöchentlichen Lauftreffs am Sonntagvormittag gehören für sie zum Alltag – auch, wenn nach mancher durchfeierter Nacht die Überwindung groß sei, sich morgens aus dem Bett zu quälen, gestehen die beiden mit einem Augenzwinkern. In der Gruppe unterwegs zu sein motiviere die beiden viel mehr.

Und obwohl der Halbmarathon noch nicht stattgefunden hat, blicken sie schon jetzt weiter voraus: „Wir haben uns vorgenommen auch nach dem Halbmarathon weiterzulaufen – wer weiß, was im nächsten Jahr möglich ist!“

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