Friesoythe - „Laufen ist für mich ganz wichtig, es ist schon eine Lebensphilosophie.“ Wer auf Beate Schnier trifft, merkt sofort, dass die 60-jährige Friesoytherin sich regelmäßig die Laufschuhe schnürt. Nicht nur die sportliche Figur – auch die Leidenschaft, mit der sie über ihr Hobby spricht, machen dies deutlich.
Seit 35 Jahren dreht die Friesoytherin regelmäßig ihre Runden. „Ich bin eigentlich schon immer sportlich orientiert“, sagt sie. Tischtennis, Volleyball und Basketball spielte sie, bevor sich die Sportlehrerin der Realschule Friesoythe einen Ausgleich zur Turnhalle suchte. So entdeckte sie das Laufen für sich. „Es ist eine tolle Sportart, weil ich es jederzeit – auch alleine – machen kann“, erklärt die 60-Jährige ihre Motivation. Auch die Bewegung in der freien Natur ist ein Anreiz.
Erster Start mit 29
Und nun, nach jahrzehntelangem Training, hat sich Beate Schnier noch ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: noch einmal an einem Marathon teilzunehmen. Am 27. Oktober will sie um 10 Uhr an die Startlinie in Oldenburg gehen und die 42,195 Kilometer schaffen. Ihr Ziel: Die Strecke nach viereinhalb Stunden zu beenden.
Es ist nicht der erste Marathon, an dem die Friesoytherin teilnimmt. Bereits mit 29 Jahren trat sie zum ersten Mal die Strecke an. „Ich war so stolz, als ich den ersten Marathon gelaufen bin“, erzählt Beate Schnier und ihre Augen leuchten auf. Es blieb nicht bei dem ersten Lauf dieser Größenordnung: Mit 40 nahm sie am Berlin-Marathon teil, zehn Jahre später startete sie in Frankfurt.
„Dann hab ich gedacht: ,Jetzt ist Schluss‘“, sagt die 60-Jährige. Ein Training für solch einen Wettkampf sei nämlich sehr aufwendig, mindestens drei bis vier Monate intensive Vorbereitung und auch lange Läufe über eine Stunde am Stück seien auch für Trainierte nötig. Dieser Herausforderung wollte sie sich nicht mehr alleine stellen. Doch es fanden sich keine Trainingspartner.
Bislang 219 Teilnehmer
Dennoch ließ die Begeisterung nicht nach und so meldete sie sich doch wieder für einen Marathon an. Bislang ist sie sogar unter den 219 gemeldeten Teilnehmern die einzige Frau aus dem Nordkreis, die sich den über 42 Kilometern stellen will. Im Internet stellte sie sich ihren Trainingsplan zusammen. Seit Juni läuft Beate Schnier viermal die Woche, der längste Lauf ihrer Vorbereitung war ganze 35 Kilometer lang.
Auch wenn es eine „gewisse Disziplin“ erfordere, sei es „ein unglaublich schönes Gefühl“, das sich durch das Laufen einstelle. „Wenn ich mal drei Tage lang nicht laufen war, muss ich einfach wieder los.“ Und auch für nächstes Jahr hat sie schon ehrgeizige Pläne: „Ich habe mich für den Berlin-Marathon registriert.“
