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Sport Laufen für Kinder ohne ein Zuhause

Tanja Henschel

Ganderkesee/Bremen - Am liebsten laufen sie in der Natur, auf Feld- und Wiesenwegen in Meierhafe oder Fahrenhorst – der 50-jährige Gerd von Seggern aus Meierhafe und der junge Delmenhorster Michael Fleischer, der in einer Delme-Werkstatt für Behinderte in Urneburg Autozubehör und Werkzeug verpackt. Der 23-Jährige ist Autist und seit sechs Jahren leidenschaftlicher Läufer.

Von Seggern begleitet ihn auf seinen regelmäßigen Touren, aber auch in der Gruppe sind sie aktiv und trainieren jeden Mittwoch mit dem Lauftreff der Lebenshilfe Delmenhorst. „Wir unterhalten uns natürlich auch dabei“, sagt von Seggern. Fleischers Lieblingsthema: Krankenhäuser und die Geburtenstation.

Drei-Stunden-Lauf

Zehn bis zwölf Wettkämpfe im Jahr stehen auf dem Programm, wie der Herbstlauf in Fahrenhorst oder der 10-Meilen-Lauf in Großenkneten. In der Stadt laufen, das sei nichts für ihn, so der 23-Jährige.

Nun hat sich der Sportler ein besonderes Ziel gesetzt. „Ich laufe am Sonntag für Kinder, die kein Zuhause haben.“ Denn der 23-Jährige geht am 14. September beim Benefizlauf „Kinder laufen für Kinder“ in Bremen an den Start. Dort möchte er im Bürgerpark für SOS-Kinderdörfer Kilometer machen. In drei Stunden haben er und sein Betreuer von Seggern 40 Runden á 700 Meter ins Auge gefasst und wollen so zwischen 21 und 28 Kilometer zurücklegen.

Die Idee, an dem Lauf teilzunehmen, kam von Mutter Rita Fleischer. Und Michael sei gleich dafür gewesen, sagt von Seggern.

Geübt und ausgiebig trainiert haben sie schon. Beim 24-Stunden-Lauf in Delmenhorst blieben sie drei Stunden in Bewegung und bewältigten 28 Kilometer, so von Seggern. Das Pensum haben sie sich auch in Bremen vorgenommen. „Wir werden locker und gemütlich laufen, im Trainingstempo“, sagt er.

Zuvor will sich der junge Sportler die Strecke jedoch genau anschauen und mit von Seggern besprechen, was genau auf ihn zukommt. Denn Autisten nehmen ihre Umwelt anders wahr als ihre Mitmenschen und bewerten auch Informationen anders.

Nächstes Ziel: Marathon

Der 23-Jährige belege mittlerweile bei Wettkämpfen das Mittelfeld, sagt von Seggern. „Er schafft fünf Kilometer in 25 Minuten, mit 38 Minuten hat er angefangen.“ Fleischers nächstes großes Wunschziel: einen Marathon laufen. Doch da hat sein Begleiter Einwände. Der 23-Jährige sei zwar fit, aber ihm selbst würde dann ebenfalls die Puste ausgehen.

Vor dem Wettkampf am Sonntag ist Fleischer schon aufgeregt. „Ja, es kann auch anstrengend werden“, erzählt er. Aber mit Seitenstechen habe er schon länger nicht mehr zu kämpfen gehabt. „Die letzten Meter rennen wir wie die Verrückten“, scherzt auch von Seggern, denn ein Sprint am Zieleinlauf gehöre dazu.

Einen Sponsor habe Fleischer bereits – den Deltha-Fitness-Club in Delmenhorst. Wer das Duo ebenfalls beim Benefizlauf in Bremen unterstützen möchte, kann sich bei von Seggern unter t   04222/9 46 25 01 melden.

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