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NWZonline.de Sport

Olympia: Bach: Sommerspiele im Frühjahr möglich

26.03.2020

Lausanne Nach der historischen Verschiebung der Sommerspiele in Tokio auf kommendes Jahr versuchen die Olympia-Macher das Chaos zu beseitigen. IOC-Präsident Thomas Bach sprach am Dienstag „von vielen tausenden Fragen“, die aktuell noch geklärt werden müssen. Dabei stehen Organisatoren, Sportler und Fans vor zahlreichen Baustellen – hier die fünf wichtigsten.

Termine

Noch ist offen, ob Olympia 2021 im Spätsommer steigt – oder zu Frühjahrsspielen wird. „Es ist nicht beschränkt auf die Sommermonate. Alle Optionen bis zum Sommer 2021 liegen auf dem Tisch“, sagte Bach. Die Konsequenzen auf den Sportkalender werden groß sein. Die Fußball-EM ist bereits auf 2021 (11. Juni - 11. Juli) verschoben. In olympischen Kernsportarten wie Schwimmen (16. Juli bis 1. August) und Leichtathletik (6. bis 15. August) sind Weltmeisterschaften für kommendes Jahr geplant. Der Deutsche Basketball Bund hofft, dass die Olympia-Verlegung keinen Einfluss auf die EM (2. bis 19. September) mit Finalrunde in Berlin hat.

Qualifikation

Eine der größten Sorgen der Sportler ist der Weg zu den Sommerspielen. 57 Prozent der Athleten hatten das Ticket für Tokio schon sicher – nun muss geklärt werden, welche erfüllten Normen und Platzierungen noch Bestand haben. Aktuell herrscht Ratlosigkeit. Triathlon-Bundestrainer Faris Al-Sultan sagte, er habe „null Informationen“ dazu. Zudem müssen die abgesagten Qualifikationswettbewerbe neu angesetzt werden.

Verträge

Zeitlich ist bei vielen Sportlern alles auf einen olympischen Zyklus ausgelegt. Athleten wie Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe und Ringerstar Frank Stäbler wollten beispielsweise ihre Karriere eigentlich nach diesen Spielen beenden – und stehen nun vor einer unverhofften Verlängerung. Auch Förderung und private Verträge gelten häufig bis nach Olympia. „Den Athleten der Sportfördergruppen steht zum Glück kein Gehaltsausfall an, und den anderen Kaderathleten wurde durch die Sporthilfe ihre Weiterbezahlung versichert“, sagte Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann, Mitglied in der Athletenkommission des IOC. „Wie sich die Verschiebung auf Sponsorenverträge auswirken könnte, ist momentan einfach überhaupt nicht abschätzbar.“

Logistik

Ob alle rund 11 000 Olympia-Starter, ihre Betreuer und später 4400 Paralympics-Teilnehmer auch 2021 in einem gemeinsamen Athletendorf wohnen können, ist laut Bach fraglich. Die 5632 Wohnungen sollten nach den Spielen an private Eigentümer übergeben werden, Schätzungen zufolge ist ein Viertel bereits verkauft. Zum neuen Termin von Olympia im kommenden Jahr müssen zudem auch die entsprechenden Hallen und Plätze zur Verfügung stehen.

Kosten

Die Organisatoren versuchen die ohnehin immensen Kosten im Rahmen zu halten. Nach Schätzungen hätte Japan insgesamt mehr als 25 Milliarden Euro für die Sommerspiele ausgegeben. Einheimische Experten rechnen durch die Verschiebung nun mit weiteren Kosten von umgerechnet 5,4 bis 5,7 Milliarden Euro.

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