Leer - VfL Germania Leer hat einen neuen Trainer für seine Bezirksliga-Fußballer gefunden. Bei einem Pressetermin stellte der Verein Erhan Colak als neuen Coach für die Saison 2023/24 vor. Der 41-jährige B-Lizenz-Inhaber trainiert derzeit noch bis Saisonende Ligakonkurrent TuRa 07 Westrhauderfehn, bei dem er im Februar seinen Abschied angekündigt hatte. Damit kehrt der ehemalige Stürmer an seine alte Wirkungsstätte zurück. Er hatte von 2006 bis 2010 seine Fußballschuhe für die Germanen geschnürt. Zudem stellte Germania Harry Janssen als neuen Sportlichen Leiter vor.
„Ich finde, Germania ist ein Traditionsverein, der die nötige Infrastruktur hat, um wettbewerbsfähig zu sein. Ich war schon als Spieler hier und ich weiß, wie es hier sein kann, auch wenn das momentan weit weg ist“, erklärt Colak seine Motivation. Im Vorfeld haben Janssen, der 2. Vorsitzende des VfL, Ferhat Özdemir und Colak besprochen, was es brauche, um das Schiff VfL wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.
Das Trio wolle sich dabei die nötige Zeit lassen. „Wir werden jetzt nicht sagen, dass wir gleich oben mitspielen müssen“, sagt Colak. Mittelfristig wolle man das, aber das gehe nicht von heute auf morgen. Ein wichtiges Ziel sei schließlich auch, eine funktionierende Struktur im Verein herzustellen. „Wir wollen möglichst Alt-Germanen ins Boot holen, um wieder eine Identifikation zu schaffen“, erklärt Janssen hierzu.
Der 52-Jährige dient hierbei als gutes Beispiel. Der neue Sportliche Leiter hat ebenfalls selbst für Germania gekickt und ist ein Vertrauter Özdemirs. Zuletzt war Janssen als Trainer beim JFV Leer aktiv. In der vergangenen Saison übernahm er Interimsweise den Stadtrivalen Frisia Loga. Özdemir als 2. Vorsitzender ist glücklich, dass sein Verein die neue Besetzung schnell bekannt geben konnte.
Janssen und Colak kümmern sich bereits jetzt auch um die Akquise neuer Spieler. Obwohl intern erst seit wenigen Tagen feststeht, dass die beiden übernehmen, gebe es bereits jetzt Zusagen externer Kicker, wie Janssen bestätigt. „Wir werden aber noch keine Namen nennen, weil die Spieler noch mit ihren Vereinen sprechen müssen. Wir wollen da sauber arbeiten“, erklärt Janssen. Nicht auszuschließen ist, dass auch Ex-Germanen, die unter Colak noch bei TuRa 07 Westrhauderfehn kicken, dabei sind. Schließlich gelte auch für den künftigen Kader: „Wir wollen eine junge Mannschaft mit Talenten aus dem Umkreis aufbauen.“
Für den Noch-Trainer der Fehntjer darf es hinsichtlich der Zugänge für die kommende Saison keine Denkverbote geben: „Wir wären ja schön blöd, wenn wir diese Spieler nicht ansprechen würden. Das ist unsere Pflicht und auch ganz normal im Fußball“, antwortet er auf die Frage, ob auch Spieler aus dem TuRa-Kader für Germania interessant sein könnten. Für den Leeraner Kader gelte überdies: „Es wird einen Umbruch geben. Wie groß oder klein der wird, ist noch nicht abzusehen“, sagt Colak.
