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NWZonline.de Sport

Wenn 3000 Läufer Ostfriesland durchqueren

26.04.2019

Leer /Oldenburg Mehr als 3000 Läufer werden sich am Dienstag wieder in Bewegung setzen und mehr als 60 Kilometer laufen, immer in Richtung Nordsee. Das Ganze allerdings auf sechs Etappen und drei Wochen verteilt. Unterwegs werden sie durch Dörfer laufen, in denen weniger als 3000 Menschen wohnen. Und neben den tausenden „Dörloopern“ und Tagesläufern werden auch mehr als 100 Oldenburger den „Ossiloop“ in Angriff nehmen.

Ganz Ostfriesland ist unterwegs

„Es ist irgendwie was Besonderes. Ich freue mich darauf“, sagt Sascha Jänicke von den Laufsportfreunden Oldenburg (LSF) vor dem Start am kommenden Dienstag um 19 Uhr im ostfriesischen Leer: „Die Atmosphäre, die da herrscht, die kann man nicht beschreiben. Ganz Ostfriesland ist gefühlt unterwegs, entweder auf oder an der Strecke. Die Stimmung unter den Läufer und an der Strecke ist einfach der Wahnsinn. Da wundert man sich auch nicht, wenn man mitten im Wald auf einmal eine Blaskapelle antrifft, die für die Läufer spielt.“

In sechs Etappen führt die Strecke jeweils dienstags und freitags von Leer nach Bensersiel an der Küste. An den Etappenorten hat sich seit der ersten Austragung im Jahr 1982 mit 24 „Dörloopern“ (Läufern, die alle Etappen absolvieren) stattfand: Von Leer über Holtland, Bagband, Aurich, Plaggenburg und Dunum nach Bensersiel. Oft geht es über den Ostfrieslandwanderweg, vorbei an Mühlen, Wallhecken, Bauernhäusern. „Die Strecken sind wahnsinnig schön. Ostfriesland von seiner schönsten Seite“, betont Jänicke: „Meistens ist es so schmal, dass man nur zu zweit nebeneinander laufen kann. Überholen geht oft nur halb im Graben. Wie bei der Tour de France fühlt man sich, wenn man durch das enge Spalier der Zuschauer stampft. Aber dieses Gedränge macht einen gefühlt auch schneller.“

So etwas wie die fünfte Jahreszeit

Initiiert wurde der Ostfrieslandlauf von Klaus Beyer, dem „Vater“ des Ossiloops, der die Organisation nach 25 Austragungen im Jahr 2006 an Edzard Wirtjes weitergab. Dieser lässt die Teilnehmer seitdem auch mal in die andere Richtung laufen, also „Van’t Meer na Leer“ (Vom Meer nach Leer). Das war damals für viele neu, kam aber bei den meisten gut an – vor allem der von tausenden Zuschauern gesäumten Zieleinlauf in der Innenstadt von Leer.

In diesem Jahr aber geht es in die klassische Richtung. Die ist wiederum neu für Andreas Kuhlen aus Garrel, der den Ossiloop zwar in den vergangenen zwei Jahren gewann, da startete der Lauf aber jeweils in Bensersiel. „Ich bin gespannt auf die andere Richtung“, sagt Kuhlen, der den Ossiloop schnell lieben gelernt hat: „Wenn man eine Etappe mitgemacht hat, ist man infiziert.“ Außerdem hat er nach zwölf Siegen auf zwölf Etappen noch ein Ziel vor Augen: den Rekord von 20 Etappensiegen von Stephan Immega.

Auch über die Konkurrenz hat sich Kuhlen bereits informiert: Der Vorjahres-Zweite ist wieder am Start. Außerdem gibt es ja die Tagesläufer. „Es bleibt in jeder Etappe spannend.“ Allein, dass es ein Sechs-Etappenlauf ist, macht den Lauf zu etwas ganz Besonderem, findet Kuhlen: „So etwas kenne ich sonst gar nicht. Und in Ostfriesland ist der Ossiloop so etwas wie die fünfte Jahreszeit: Leute nehmen sich Urlaub und laufen. “

Partystimmung im Läufer-Bus

Auch für Jänicke macht die Form von sechs Etappen den Charme aus: „Es ist spannend wie die jeweilige Tagesform und die der der anderen Läufer, der direkten Konkurrenz ist, zu beobachten, wo man in der Gesamtwertung steht, ob auf Platz 50 oder 500. Und ob man von einer auf die anderen Etappe was gut gemacht hat.“

Jänicke ist bei weitem nicht der einzige Oldenburger, der die zum Teil sehr weiten Wege ins nördliche Ostfriesland zweimal wöchentlich auf sich nimmt. Sein Verein LSF organisiert seit Jahren einen Bus, der mit Teamkameraden und anderen Läufern voll ist. „Da ist oft eine ausgelassene Stimmung. Ab und an wird auch mal eine Party-CD reingeschmissen“, erzählt Jänicke. Doch der Oldenburger Bus – in diesem Jahr sind es sogar zwei – ist bei weitem nicht der einzige. Insgesamt warten etwa 50 Busse an den Zielorten auf die Läuferinnen und Läufer. „Auch das ist eine geile Stimmung, wenn alle vor ihren Bussen stehen und ,feiern’ nach dem Lauf“, freut sich der LSF-Läufer, der gerne den zweiten Platz in der Teamwertung aus dem Vorjahr wiederholen würde. Dass auch Kuhlen, der die LSF-Gruppe trainiert, für das Team läuft, ist schonmal ein Vorteil – wenn Kuhlen den dritten Gesamtsieg holen kann.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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