Elsfleth - Auch am Morgen danach war Sascha Klostermann noch überwältigt. Während des Auswärtsspiels gegen den TuS Komet Arsten habe er mit seinen Spielerinnen nicht kommunizieren können, erzählt der Trainer der Landesliga-Handballerinnen des Elsflether TB. „Sie haben mich einfach nicht gehört.“ Die rund 200 Zuschauer hatten die Halle in Bremen am Dienstag in einen Hexenkessel verwandelt. Maßgeblich dafür verantwortlich: die Elsflether Fans. Doch offensichtlich hatten die Spielerinnen die Worte ihres Trainers vor der Partie und während der Halbzeit verstanden: „Ich habe ihnen gesagt, dass wir mit einem Tor Vorsprung gewinnen werden“, sagt Klostermann. So kam es auch: Der ETB bezwang den Spitzenreiter mit 32:31 (17:19).
Dabei hatten die Elsfletherinnen in den ersten 40 Minuten laut Klostermann in der Abwehr keinen Zugriff auf die Gegenspielerinnen. Zwar führte Elsfleth lange knapp – auch weil Anika Driesner drei Siebenmeter hielt. Aber bald liefen die Gäste einem Rückstand hinterher. Und der wuchs nach der Pause. Arsten drückte aufs Tempo. In der 42. Minute lag Elsfleth mit 23:28 zurück.
Anschließend sei das Spiel eine Frage des Willens gewesen, sag Klostermann. „Viele haben uns schon abgeschrieben. Aber ich habe der Mannschaft klargemacht, dass sie noch 20 Minuten Zeit hat.“
Der ETB steigerte sich in der Abwehr und ließ in den letzten 18 Minuten nur drei Gegentore zu. Im Angriff profitierte er von der Manndeckung für Charlotte Sommer: Sie hielt sich clever zurück; der Rest spielte im Feld Fünf-gegen-fünf – und Franziska Sommer zeigte ihr ganzes Spielverständnis. „Sie hat viele gute Entscheidungen getroffen und immer zwei Leute auf sich gezogen“, sagt Klostermann. Davon habe Laura Lissewski gelebt. Elsfleths Haupttorschützin war im Eins-gegen-eins nicht zu stoppen.
Aber alle hätten Verantwortung übernommen. Bestes Beispiel: Nina Hedemann. Zunächst glich sie aus (57.). Und in der dramatischen Schlussminute warf sie den Siegtreffer. „Mir haben die Worte gefehlt“, sagt Klostermann. „Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht. Aber ich bin stolz darauf, dass meine Spielerinnen nicht aufgegeben haben.“
Sie verschafften sich mit dem zweiten Sieg gegen Arsten eine klasse Ausgangsposition. Mit 25:5 Punkten sind sie Zweiter – hinter Arsten (26:6 Punkte) und vor Bützfleth/Drochtersen (22:8 Punkte). Aber Klostermann warnt. Das Auswärtsspiel am Samstag gegen den VfL Horneburg (19 Uhr, Hermannstraße 27) sei die erste von sieben noch ausstehenden schweren Aufgaben. „Aber wenn wir immer mit dieser Einstellung spielen, kann uns keiner schlagen.“
ETB: Driesner, Griepenstroh - Franziska Sommer (2), Lameyer (2), Lübben, Molzahn (2), Lösekann (2), Laura Lissewski (12/4), Lina Lissewski, Hedemann (4), Birken (5), Charlotte Sommer (3/1).
