LEMWERDER/HUDE - Sie nennen sich „Low Budget Drag Racing Team“ und sind fast jedes Wochenende auf der Piste. Aus der Schrauber-Gemeinschaft hat sich eine dauerhafte Freundschaft entwickelt.

Von Jan Lehmann

LEMWERDER/HUDE - „Wir haben der schönsten Zeit unseres Lebens einen Namen gegeben“, sagt Jan Adams. Seine Augen leuchten, wenn er den Boxermotor des neuen Rennwagens startet. Seit dem vergangenen Wochenende ist das „Low Budget Drag Racing Team“ mit dem umgebauten Volkswagen fast jedes Wochenende auf der Piste.

Kaufmann Thomas Palubitzki aus Hude, Heizungsbauer Thomas Neue aus Delmenhorst, Fluggerätemechaniker Frank Trempnau und Kfz-Mechaniker Jan Adams aus Berne sind eine verschworene Gemeinschaft. In ihrer Freizeit treffen sie sich auf einen Hof bei Krögerdorf, wo sie eine Halle angemietet haben. Dort entstehen zum Teil aus Serienmodellen schnelle Flitzer.

Drag-Rennen ist ein Sport, der in den USA entstand, als Halbstarke mit aufgemotzten Autos von Ampel zu Ampel sprinteten. Deshalb sind die Rennstrecken auch recht kurz: Auf 402 Metern, einer Viertelmeile, müssen die Autos ihre Geschwindigkeit auf die Straße bringen.

Für die Piloten des „Low Budget Racing Teams“ steht die Sicherheit im Vordergrund: Die Rennen werden auf abgesperrten Autobahnabschnitten oder Startbahnen von Flugplätzen ausgetragen. Seit fünf Jahren fahren die vier Freunde gemeinsam Drag-Rennen und haben erst einen Unfall erlebt, der glimpflich ausging.

Anders als die Profis wollen die vier Fahrer des Teams keine Millionen in ihrem Hobby versenken. Die Rennen sollen bezahlbar bleiben. Da muss man schon pfiffig sein, um günstig an Teile heranzukommen.

Ein Glücksgriff für den Rennstall war ein Formel-Vau-Rennwagen mit Käfer-Motor, der in den 50er und 60er Jahren gefahren war und vom Racing-Team zu neuem Leben erweckt wurde. Der Rahmen hatte jahrzehntelang in einer Garage in Dresden gestanden. Auch Originalbereifung konnte das Rennquartett noch auftreiben. Am vergangenen Wochenende ist der Wagen erstmals wieder gefahren, und zwar bei einem Drag-Rennen in Wilhelmshaven.

Schon mit dem normalen 50-PS-Käfermotor war der nur 375 Kilogramm schwere Rennwagen bis zu 190 Stundenkilometer schnell. Durch die beiden Oettinger-Vergaser und andere Tuning-Maßnahmen wird die Höchstgeschwindigkeit deutlich darüber liegen. Immer noch ist das rasante Hobby eine Männerdomäne, aber die Lebenspartnerinnen der drei Piloten sind fast jedes Mal dabei, wenn ihre Männer auf die Piste gehen.