Les Sables D’olonne - Der drittplatzierte Segler ist der Gewinner: Yannick Bestaven (Frankreich) hat bei der Vendée Globe den Bug ganz vorn gehabt. Der 48-Jährige profitierte nach der Zieleinfahrt am frühen Donnerstagmorgen von seiner Zeitgutschrift von 10:15 Stunden. Denn unter Anrechnung dieser Zeit zog er noch an seinen Landsmännern Charlie Dalin und Louis Burton vorbei, die vor Bestaven den Küstenort Les Sables d’Olonne erreicht hatten.

Nach der Zeitgutschrift stehen für Bestaven 80 Tage, 3 Stunden, 44 Minuten und 46 Sekunden für die Erdumseglung zu Buche. Und so eine Reise fördert noch viel mehr Daten zu Tage: Da die Segler aufgrund von Winden und Strömungen nicht die in der Theorie errechnete Ideallinie (45 123 Kilometer) befuhren, legte Bestaven eine deutlich längere Strecke zurück, nämlich 52 935 Kilometer. Auf eine ganz ähnliche Distanz kommt Boris Herrmann, der gebürtige Oldenburger bewältigte 52 685 Kilometer. Er kommt auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,2 km/h.

Für den Sieger Bestaven nahm die Regatta noch ein versöhnliches Ende. Er hatte im Südpazifik und auch nach der Umrundung von Kap Hoorn (dort hatte er einen Vorsprung von 15 Stunden auf den ersten Verfolger) bereits weit in Führung gelegen, diese dann wegen seines Kurses durch ein windschwaches Gebiet wieder eingebüßt – der Gesamtsieg schien ihm schon entglitten.

Mit dem Vendée-Globe-Sieg schließt sich für Bestaven ein weiterer Kreis. Bei seiner ersten Teilnahme 2008 war nach wenigen Stunden wegen eines Mastbruchs für ihn Schluss. Zu Ende ist das aktuelle Rennen trotz der feststehenden Spitzenplatzierungen noch nicht. Von 33 gestarteten Yachten mussten bislang acht aufgeben. Die Boote am Ende des Feldes segelten am Donnerstag etwa 11 000 Kilometer vom Ziel entfernt im Südatlantik nördlich der Falkland-Inseln.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)