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NWZonline.de Sport

Loch kommt nicht aus Tief

07.01.2017

Königssee Rodel-Olympiasieger Felix Loch hat ausgerechnet auf seiner Hausbahn am Königssee den nächsten Nackenschlag kassiert. Der Weltmeister und große Favorit enttäuschte beim Heim-Weltcup und der gleichzeitig ausgetragenen Europameisterschaft mit dem vierten Platz und wartet seit sechs Wochen auf einen Sieg. Lochs Teamkollege Ralf Palik hingegen jubelte: Der Oberwiesenthaler holte beim Triumph des Russen Semen Pawlitschenko wie schon bei der WM im Vorjahr an gleicher Stelle Silber.

„Bei mir läuft es momentan einfach fahrerisch nicht so rund. Ich habe heute wieder zu viele Fehler gemacht“, sagte Loch: „Ich weiß, dass man das von mir nicht so gewohnt ist und hoffe, dass ich das bis zur WM in den Griff bekomme.“

In den vergangenen Wochen hatte er alles auf „seine“ Bahn am Königssee gesetzt, um die ernüchternden Ergebnisse bei den Übersee-Rennen wettzumachen. Bei den drei Weltcups in den USA und Kanada war laut eigener Aussage „der Wurm drin“, Loch hatte die Führung im Gesamtweltcup an den Russen Roman Repilow verloren. „Es wird Zeit, dass wir nach Hause kommen“, sagte er damals.

Doch am Freitag hatte der zweimalige Einzel-Europameister bereits in seinem ersten Lauf große Probleme. Auf der Bahn, die er wie kein Zweiter im Weltcupzirkus kennt und beherrscht, machte er ungewöhnliche Fehler im ersten Teil und auch später einige Lenkbewegungen, die ihn viel Zeit kosteten. Im zweiten Durchgang fuhr Loch deutlich besser, verfehlte seinen 34. Weltcup-Sieg aber um mehr als eine halbe Sekunde. Dadurch verpasste es Loch einmal mehr, seinen Trainer und Freund Georg Hackl nach Einzelsiegen zu übertreffen.

Im Gesamtweltcup fiel Loch, der nur zum Auftakt den Sprint in Winterberg gewonnen hatte, mit nun 435 Punkten sogar auf Rang drei zurück. Es führt weiterhin der Russe Repilow (462), dahinter folgt nun Kindl (Österreich/436). Palik (349) schob sich durch seinen zweiten Platz auf Rang sechs vor.

Palik, der bei der WM am Königssee im vergangenen Jahr hinter Loch Silber gewonnen hatte, war schon vor dem Rennen optimistisch. „Diesmal schlag“ ich ihn weg“, hatte der 26-Jährige angekündigt - und hielt Wort. Im Rennen zeigte er wie schon im Training zwei hervorragende Läufe und musste sich nur Pawlitschenko geschlagen geben. „Das erinnert an letztes Jahr, ähnliche Emotionen sind in mir aufgestiegen. Dafür macht man Sport. Das fühlt sich so gut an. Es ist so schön“, jubelte Palik.

Der vom Königssee stammende Julian von Schleinitz wurde auf seiner Hausstrecke Zehnter, Johannes Ludwig (Suhl) enttäuschte auf Rang 19.

Am Donnerstag hatten Olympiasiegerin Natalie Geisenberger (Miesbach) und die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) auf ihrer Heimbahn deutlich mehr Erfolg gehabt. Die 28-jährige Geisenberger erfuhr von ihrem Erfolg in der Umkleidekabine, nachdem das Rennen wegen starken Schneefalls bereits nach dem ersten Durchgang abgebrochen worden war.

„Es ist schon schöner, wenn man ins Ziel fährt und dort die Eins auf der Anzeigetafel leuchten sieht, als wenn man sich dabei gerade umzieht“, sagte die 28-Jährige im ZDF: „Ich wäre gerne noch mal gefahren.“ Geisenberger siegte vor der Russin Tatjana Iwanowa und ihrer Dauerrivalin Tatjana Hüfner (Blankenburg) und eroberte mit nun 512 Punkten auch die Führung im Gesamtweltcup von Hüfner (500) zurück.

Zum Abschluss des Weltcups sicherte sich die deutsche Teamstaffel am Königssee noch den EM-Titel. Ralf Palik, Natalie Geisenberger und Tobias Wendl/Tobias Arlt siegten mit 0,881 Sekunden Vorsprung vor den USA und Österreich.

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