LöNINGEN - LÖNINGEN - Baseball kann so einfach sein: Ball kommt, Schlagmann holt aus, trifft, und der Ball fliegt im hohen Bogen davon. Denkste. Jeder, der diese simple Bewegungsfolge der amerikanischsten aller Sportarten schon einmal ausprobiert hat, fand sich mit einer Rückenverrenkung – statt eines erfolgreichen Abschlages – wieder.
Die „Tiger“ des VfL Löningen beherrschen dieses ganz passabel. Kein Wunder, haben sie es doch zigmal trainiert. „Man muss immer auf den Ball schauen“, erklärt Trainerin Christel Hummel. Klingt schon wieder simpel, ist aber erneut falsch gedacht: „Es dauert ungefähr ein Jahr, bis ein Anfänger Wettkampfniveau erreicht“ – viel Arbeit also für einen Fan, der seinen Idolen aus der Major League Baseball (MLB) in den USA nacheifern will.
Die Jugendabteilung der „Tiger“ umfasst mittlerweile über 40 der insgesamt 50 Mitglieder. Zwei Nachwuchs-Teams fahren im Ligabetrieb ihre Krallen aus. Der Weg dahin war – wie gesagt – steinig. „Wir verlieren nun nicht mehr ganz so hoch“, stellte Hummel eine erhebliche Leistungssteigerung fest. So verlor das Löninger Jugend-Team jetzt zum Landesliga-Auftakt sein Heimspiel gegen die Bremen „Dockers“ II „nur“ mit 9:15. In der zweiten Partie lief es für die Gastgeber ungleich besser, und sie „vernaschten“ Celle/Hänigsen mit 7:0. Die Junioren der „Tiger“ mussten bereits dreimal ran: Gegen Ahlfeld (9:18), die Braunschweig „Cops“ (9:24) und Hannover (11:21).
Die jüngsten Löninger begannen bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Baseball, oder konkreter gesagt mit den „Tee-Ball“. Dabei wird das Spielgerät dem „Batter“ (deutsch: Schlagmann) nicht zugeworfen, sondern „steht“ auf einem Ständer ungefähr auf Bauchhöhe. „Dabei kommen aber auch mehr Pirouetten als Abschläge heraus“, weiß Hummel aus eigener Erfahrung. Wettkämpfe gibt es für die „Minis“ zwar noch nicht, sie dürfen aber bei Turnieren ihr Können beweisen. Los mit Spielen geht es bei den Schülern (ab sechs Jahren).
Baseball ist aber mehr als nur Werfen, Schlagen und Treffen – auch wenn dieses in den ersten Trainingsjahren im Vordergrund steht. Das Regelwerk ist äußerst kompliziert. Ein Beispiel? Der „Pitcher“ (deutsch: Werfer) darf dem Schlagmann den Ball nur in der Höhe zwischen dem Knie und der Brust zuwerfen. Ansonsten ist es ein Fehler. „Mit einem guten Pitcher hat man schon gewonnen“, erklärt Hummel.
Disziplin wird also groß geschrieben. „Das Hemd muss in der Hose getragen werden“, erläutert die Löninger Trainerin. Schlabbrige T-Shirts auf dem Feld werden mit einem Regelverstoß geahndet. Die „Amtssprache“ ist übrigens – wen wundert's – Englisch. Der Schiedsrichter sagt während des Spiels also nicht „Du bist raus“, sondern „You are out“ – man lernt also auch noch was für die Schule.
Apropos Schule. Immer mehr Bildungseinrichtungen des Landkreises Cloppenburg haben Baseball für sich entdeckt und bieten Arbeitsgemeinschaften an. „Wir haben schon an den Schulen in Essen und Bevern Kurse angeboten“, kann sich Hummel über mangelnden Nachwuchs nicht beklagen.
Training ist mindestens einmal wöchentlich. Jeweils freitags, 19 bis 21 Uhr, absolvieren die Jugend-Teams auf dem Baseballplatz am Hasetal ihre Übungseinheiten. Steht am Wochenende kein Spiel an, wird an gleicher Stelle auch sonnabends von 15 bis 19 Uhr trainiert – dann auch gemeinsam mit dem Herren-Team, das in der Bezirksliga Nord auf die Jagd nach Hits und Runs geht. Vier Stunden? „Und das ist noch zu wenig“, betont Hummel. Eigentlich müsse jede Position separat trainiert werden – nicht nur das Schlagen.
Interessierte Nachwuchs-Spieler, die Lust haben, Baseball zu erlernen, können freitags zum Training kommen. Nähere Informationen erteilen Coach Mark Hummel unter 0 54 32/3 04 57, Schüler-Trainerin Brigitte Menting ( 0 54 32/18 26) oder die Geschäftsstelle des VfL Löningen ( 0 54 32/80 37 13).
