Löningen - Es ist kurz vor Mittag am Samstag in Löningen, als auf Feld „4“ der Löninger Sportanlage an der Ringstraße ein langgezogenes „Sigiiii“ über den Platz erschallt. Die Rufer sind Anhänger der Ü-50-Mannschaft der TSG Mörse. Die Anfeuerungsrufe gelten keinem Geringeren als der Torjägerlegende Siegfried „Siggi“ Reich. Er nimmt mit der TSG an den neunten Ü-50-Niedersachsenmeisterschaften in Löningen teil. Reichs Torinstinkt funktioniert noch immer. Kein Wunder, wurde Reich doch schließlich 1987 und 1993 Torschützenkönig in der Zweiten Bundesliga. Auch im Oberhaus traf er für Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund, Arminia Bielefeld sowie Hannover 96 und Bayer 05 Uerdingen (heute KFC Uerdingen).
Doch zurück in die Gegenwart: Als Reich sich eine Pause in der in einem Teil der Sporthalle eingerichteten Cafeteria gönnt, blüht sogleich der Flachs, als er auf Marco Dehne von Hannover 96 trifft. „Und Siggi? Hast Du heute schon gebombt?“, fragt ihn Dehne mit einem Grinsen, der natürlich um die Torjägerqualitäten Reichs weiß. Reich muss auch lachen und nickt ganz selbstverständlich.
Wieder froh, auf Torejagd gehen zu können, ist auch Frank Hartmann, der für die Altmeister von Hannover 96 spielt. „Ich war fünf Monate lang verletzt. Aber jetzt geht es wieder“, so Hartmann, der auch auf eine Profilaufbahn zurückblicken kann. So gewann er mit dem FC Bayern München 1986 das Double. Löningen sei ein gutes Pflaster für Hannover 96, sagt er. „Hier haben wir im vergangenen Jahr die Hallenniedersachsenmeisterschaft gewonnen“, erinnert er sich. Auch in diesem Jahr erweist sich die Anlage des VfL als ein gutes Pflaster für die Hannoveraner. Sie gewinnen später dank eines 1:0-Erfolges nach Neunmeterschießen im Endspiel gegen die als Titelverteidiger angetretene SG Heidetal/Ilmenau die begehrte Niedersachsenmeisterschaft.
Anfangs läuft es auch für Gastgeber VfL Löningen wie geschnitten Brot. Die Löninger beenden ihre Vorrunde als Tabellenerster. „Das lief ja bisher super für uns. Auch das Wetter spielt mit“, freut sich Manfred Weber von der Mannschaft des VfL Löningen. Doch im Achtelfinale ist für den VfL Endstation. Gegen SV Brigitta-Elwerath Steimbke setzt es eine bittere 3:4-Niederlage nach Neunmeterschießen. Im Spiel zuvor ließ Löningen kurz vor Schluss beim Stand von 0:0 eine Riesenchance zum Siegtor aus.
Mit der SG Emstek/Bühren ist ein zweites Team aus dem Landkreis Cloppenburg in Löningen vertreten. Die SG springt kurzfristig ein, weil eine Mannschaft aufgrund eines Trauerfalls abgesagt hatte. Nach einem 1:1 gegen SG Holvede-Heidenau geht es für die Truppe um Uwe Künnen gegen den VfL Wolfsburg (0:1), ehe die Partie gegen den TV Bunde ansteht. Vor Spielbeginn stapelt Künnen tief: „Gegen die Jungs, werden wir wohl keine Schnitte haben“, meint Künnen. „Bunde ist verdammt stark.“ Doch die SG gewinnt 1:0. Das Siegtor erzielt Künnen. Für den Sprung ins Achtelfinale reicht es nicht. Die SG wird Dritter in der Gruppe und spielt in der „Trostrunde“ weiter.
