LöNINGEN - Die Hasestadt machte ihrem Ruf als Laufsport-Mekka am Sonnabend alle Ehre. Der fünften Auflage des Marathons steht zudem nichts mehr im Weg.

VOn Bodo Tarow

LÖNINGEN - „Wir Athleten wurden an der Strecke ständig über das Spiel der Nationalmannschaft gegen Schweden auf dem Laufenden gehalten. Das war perfekt.“ Damit traf der Meppener Thomas Bruns, der sich beim vierten Löninger Sommerabend-Lauffest bereits zum dritten Mal nach 2003 und 2004 den Sieg im Halbmarathon holte, den Nagel auf dem Kopf. Denn auch die Leistungen der bei drückenden Temperaturen von bis zu 28 Grad schwer geforderten Athleten – das Lauffest verbuchte rund 1800 Teilnehmer – und die Liveübertragung des WM-Spiels zwischen Deutschland und Schweden in der rappelvollen Löninger City ergaben eine tolle Mischung.

Schwer ’was los auf und an der Strecke war bereits bei den Schülerläufen (1800 Meter) mit rund 400 Teilnehmern. Bei den Schülerinnen demonstrierte einmal mehr Lokalmatadorin Jennifer Beyer ihre Klasse und siegte in der guten Zeit von 6:26,00 Minuten. Die Plätze zwei und drei sicherten sich ihre Löninger Vereinskolleginnen Lena Brümmer (6:28,40) und Mareike Ahrens (6:43,50).

Schnellster Schüler war der Löninger Hinnerk Künnen, der nach 6:20,90 Minuten den Zielstrich überquerte. Er verwies Markus Albers und Nicolaus Bamstedt (beide Löningen) auf die Plätze.

Den anschließenden Volkslauf über zehn Kilometer entschied der Haselünner Michael Josch in mäßigen 36:41 Minuten für sich. Mit fast einer halben Minute Rückstand wurde Dennis Lauterschlag (Langen) Zweiter vor dem Bippener Dennis Lauterschlag. Bei den Frauen siegte über die gleiche Distanz Veronika Werner vom TuS Ofen in 45:35 Minuten vor Anja Brauer (Lohne) und Jennifer Marquart (Löningen).

Lautstark angefeuert von den Zuschauern schickte dann der stellvertretende Landrat des Kreises Cloppenburg, Hans große Beilage, die Marathonis und Halbmarathonis auf den idyllischen Hasetalkurs. Ganze vier Minuten später bebte der Löninger Marktplatz. Lukas Podolski hatte Schwarz-Rot-Gold gegen Schweden in Führung gebracht. Weitere acht Minuten danach erhöhte wiederum Podolski. Die Fans gerieten schier in Ekstase.

Dennoch war das Ziel stark belagert, als Thomas Bruns jubelnd in 1:11,57 Stunden einlief. „Eine bessere Zeit war angesichts der Temperaturen nicht drin“, sagte der Meppener Topathlet, der im Frühjahr in Duisburg mit 1:07,37 seine persönliche Bestzeit aufgestellt hatte. Den zweiten Platz holte sich der Löninger Lokalmatador Nico Bucchioni (1:14,34) vor Francesco Balestrini (1:16,27). Bei den Frauen triumphierte die Wilhelmshavener Spitzenläuferin Christiane Spallek (1:24,33) vor Silvia Rolfes (Damme) und Lena Kaderhandt (Menden).

Nachdem das deutsche 2:0 gegen Schweden in Sack und Tüten war, stimmten sich die Zuschauer auf den Marathon-Einlauf ein. Gegen 19.30 Uhr war es soweit. Favorit Georg Diettrich, der von Beginn an vorne gelegen hatte, schleppte sich mit letzter Kraft über den Zielstrich. Die Uhr blieb bei 2:42,42 Stunden stehen. Auf die Plätze kamen der Butzbacher Marco Diehl (2:43,16) und der Herner Roland Steinmetz (2:44,29). Die beiden Verfolger hatten zwischendurch bereits weit hinter Diettrich zurückgelegen, diesen gegen Ende aber noch unter Druck gesetzt. Löningens Lokalmatador Heinrich Drees war wegen muskulärer Probleme bereits nach rund zehn Kilometern ausgestiegen. Frauen-Siegerin wurde Heike Jacobi (Moers, 3:33,24. Sie landete vor Marianne Meyer zu Hörste (3:46,27) und Andrea Ricke (Lengerich, 3:54,17).

„Alles ist gut gelaufen. Einer fünften Auflage steht nach der Zusage des Hauptsponsors nichts mehr im Wege“, fiel auch die Bilanz von Organisator Wolfgang Alde „perfekt“ aus.