LONDON - Wenn der sportliche Wettkampf vorbei ist, beginnt in London das Lotterleben. Sagen zumindest Athleten wie die amerikanische Fußballerin Hope Solo. „Da läuft viel mit Sex. Ich würde sagen, es sind 70 bis 75 Prozent der Olympioniken.“ Sex im Dorf statt Sex in the City? Vorsichtshalber wurden im olympischen Dorf schon einmal 150 000 Kondome für die mehr als 10 000 Athleten und Athletinnen verteilt. Die Zeitung „The Independent“ rechnet mit regem Verkehr und titelt: „The Sex Games“. Dabei haben die meisten Teamleitungen die Schlafräume streng nach Geschlechtern getrennt. Und manche Beziehung hat bei Olympischen Spielen einen keuschen Anfang genommen.

Hope Solo, attraktive Olympiasiegerin von 2008, berichtet dagegen freimütig über Freizügigkeit im Zeichen der fünf Ringe. Viele Athleten seien anderen Sportlern nicht nur im Wettkampf ganz nah gekommen. Die „wahren Olympischen Spiele“, klagt man sogar bei ESPN, würden nicht übertragen – aber sie wären ohnehin nicht jugendfrei. Der US-Sportsender zeigt auf seiner Internetseite eine Grafik: fünf Kondome in den Farben der Ringe.

Dabei gibt es auch jugendfreie Geschichten von Sportlern zu hören: Der Schweizer Tennisheld Roger Federer hat seine Mirka, eine frühere Tennisspielerin, 2000 in Sydney kennengelernt. Die beiden sind seit 2009 verheiratet und haben Zwillinge. Im Olympischen Dorf gab es laut Federer „am letzten Tag diesen Kuss“. Das Schwimm-Traumpaar Britta Steffen und Paul Biedermann teilt sich nicht einmal eine Unterkunft im Dorf, obwohl die deutschen Sportverbände locker sind. Locker sieht die Gerüchte von Höchstleistungen der Sportler nach den Wettkämpfen auch Dorfbürgermeister Duncan Goodhew: „Olympia ist eben dazu da, Leute zu treffen.“

Das galt offenbar schon 1972 in München. In der bayrischen Landeshauptstadt traf sich das berühmteste Paar der Olympia-Geschichte: Hostess Silvia Sommerlath lernte den späteren schwedischen König Carl XVI. Gustaf kennen.