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NWZonline.de Sport

Lieber Sofa als WM-Wahnsinn

07.12.2018

London Eine Darts-WM ohne Phil Taylor, das ist wie die Fußball-Bundesliga ohne den FC Bayern und Borussia Dortmund. Doch während die beiden Traditionsclubs in der Geschichte der höchsten deutschen Spielklasse schon einzelne Jahre gefehlt haben, war „The Power“ Taylor bislang Dauer-Erfolgs-Garant der Pfeile-Szene. Bei der Premiere der PDC-WM 1994 stand der Engländer genauso im Finale wie bei seiner letzten Teilnahme 2018. Dazwischen lagen nicht nur 24 lange Jahre und viele große Momente, sondern auch sagenhafte 14 Weltmeister-Titel des Darts-Großmeisters.

Jetzt ist er weg – und kommt auch nicht wieder. „Nein, ich werde nicht mehr spielen. Ich habe die Profitour überhaupt nicht vermisst, es ist zu stressig für mich, also gibt es keine Chance auf ein Comeback“, sagte er am Donnerstag. Elf Monate nach seinem Abgang als gefeierter Held der Szene schließt Taylor nicht nur ein Comeback als Aktiver aus – er wird auch sonst in keiner Funktion bei der WM (13. Dezember bis 1. Januar) in London auftreten, wie sein Management mitteilt. Sofa statt Superstar-Auftritte im „Ally Pally“.

Dabei kann der inzwischen 58-Jährige seinen Ruhestand nicht nur genießen, sondern auch exzellent vermarkten. Hunderte Schaukämpfe spielte er in diesem Jahr, trat in Australien auf, tourte durch Großbritannien und präsentierte sich auch seinen Fans in Deutschland. „Ich bin viel gereist, habe viel gespielt und auch viel Zeit mit meiner Familie verbringen können“, erzählt er sichtlich zufrieden: „Ich genieße das.“

Während sich „The Power“ selbst den Erfolgsdruck genommen und klare Veränderungen an seinem Leben vorgenommen hat, ist die Szene weiter von der Darts-Legende aus Stoke-on-Trent angetan. Der Klassiker „There’s only one Phil Taylor“ wird auf den Rängen noch immer bei Ranglistenturnieren lautstark gegrölt, die Fans tragen seine T-Shirts viel häufiger als die seiner Nachfolger. Im Londoner Alexandra Palace, wo der Engländer seine größten Erfolge feierte, werden sie ihn nun noch mal besonders hochleben lassen.

Seine Kollegen hegen Bewunderung für den Sportler Taylor – und dafür, wie er den Sport gefördert hat. „Phil Taylor hat Darts natürlich erstmal auf die Karte gebracht. Er hat jeden darauf aufmerksam gemacht. Er ist die Legende unserer Sportart“, sagt Max Hopp, der beste deutsche Spieler auf der Profitour. Taylors langjähriger Rivale Raymond van Barneveld lobt: „Er ist der absolut beste Spieler dieser Welt.“

Bei einem Kaltstart in London wäre Taylor wohl sofort wieder konkurrenzfähig, er wirkt frisch und munter wie eh und je. Ein Comeback, wie es Radfahrer Lance Armstrong oder Formel-1-Pilot Michael Schumacher im Karriereherbst noch einmal gewagt hatten, lehnt Taylor aber strikt ab: „Ich möchte mehr Zeit zu Hause verbringen, schließlich bin ich fast 60 Jahre alt.“ Und wer wird erster Weltmeister der Nach-Taylor-Ära? „The Power“ tippt auf Darts-Primus Michael van Gerwen – und weist darauf hin, seinen Schützling Adrian Lewis bitte nicht zu vergessen.

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