• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport

Darts: Paradiesvogel zum Weltmeister gekrönt

03.01.2020

London Ohne seine Frau Joanne hätte Paradiesvogel Peter Wright längst aufgegeben. In der Stunde seines größten Triumphs war der neue Darts-Weltmeister deshalb vor allem der gelernten Friseurin dankbar, die im Leben des schrillen Schotten für so viel mehr verantwortlich ist als für die stets bunt gefärbten Haare. Auf der größten Darts-Bühne der Welt in London stockte Wright die Stimme, als er auf sie angesprochen wird. Zuvor hatte der viel umjubelte Publikumsliebling schon hemmungslos geweint.

Als Clown verspottet

„Das ist alles für sie, für die Kids und die Familie. Sie haben immer gesagt, dass ich eines Tages Weltmeister werde“, sagte Wright nach dem größten Tag in seiner Laufbahn als Profi-Sportler. Die gigantische und 25 Kilogramm schwere Sid-Waddell-Trophy starrte er im Londoner Alexandra Palace immer wieder ungläubig und beseelt an, für die folgenden Stunden verkündete der 49-Jährige: „Ich werde feiern. Ich werde nicht ins Bett gehen heute Nacht.“

Das 7:3 gegen Angstgegner und Dauersieger Michael van Gerwen war nicht nur sportlich furios, sondern auch die Krönung einer rührenden Geschichte, bei der nicht mehr viele an ein Happy End für „Snakebite“ glaubten. „Ich wurde Clown genannt, aber wer lacht am Ende am besten?“, fragte Wright rhetorisch in die Runde der versammelten Weltpresse.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Dass der oft gebeutelte Außenseiter und nicht der Primus aus Holland am Ende den Siegerscheck von 500 000 Pfund erhielt, passte zu einer WM mit dem Darts-Märchen von Fallon Sherrock, die als erste Frau für einen Sieg beim größten Turnier der Welt sorgte und jetzt als erste Frau ein Herausforderer-Ticket für das Premier-League-Event am 13. Februar in Nottingham erhalten hat. An jedem Spieltag der höchsten Darts-Liga treten neun feste Mitglieder, zu denen auch Wright und van Gerwen gehören, gegen neun Herausforderer an.

Bei den Gratulationen der Spielerkollegen an Wright war vor allem eine Formulierung immer wieder zu lesen: Harte Arbeit zahlt sich aus. Für die Darts-Karriere des extravaganten „Snakebite“ wäre der Begriff Achterbahnfahrt wohl eine Untertreibung. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, warf der Schotte als Kind Pfeile auf Bäume, auf die er vorher eine Darts-Scheibe gemalt hatte. An seine schwierige Kindheit erinnert er sich kaum. Trotz seines riesigen Talents spielt er lange nur auf regionaler Ebene – bis ihn Joanne dazu nötigt, den Weg in die Weltspitze ernsthaft in Angriff zu nehmen. Seine Frau ist es auch, die ihm Ende 2013 von einem konkret geplanten Karriereende abrät.

Geldnot und Rückschläge

Gallensteine, Geldnot und Spott bereiteten den Wrights Sorgen, der Aufstieg von einfachen Lebensverhältnissen in privilegierte war nicht vorgezeichnet. Auf dem Gipfel seiner Karriere erinnerte sich der neue Champion, dessen durchchoreographierter Auftritt nichts mit ihm als Privatperson gemein hat, auch an die vielen Rückschläge. „So viele Menschen haben mich runtergemacht und gesagt, das ist ein Mann für zweite Plätze“, sagte Wright. Genau das Gegenteil hat er bewiesen.

Auch van Gerwen verneigte sich vor seinem Rivalen und nannte Wrights Leistung „phänomenal“. Dass er an Neujahr seit genau sechs Jahren die Weltrangliste anführt, konnte den Niederländer kein Stück trösten. Zumal der freudestrahlende Wright ihm aus den Katakomben des „Ally Pally“ schon Kampfansagen schickte. „Ich werde Michael das ganze Jahr jagen. Wenn ich nächstes Jahr wieder Weltmeister werde, bin ich definitiv Nummer eins – das wird passieren“, kündigte er an.

Das abgelaufene Jahr mit dem Team-WM-Titel in Hamburg und der perfekte Start in 2020 werden Wright für immer in Erinnerung bleiben. Der Gedanke an die bald beginnende Saison beschert ihm schon jetzt Gänsehaut. „Ich freue mich jetzt bereits darauf, bei all diesen Turnieren als amtierender Weltmeister aufgerufen zu werden. Das wird einfach unglaublich.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.