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NWZonline.de Sport

Frauen werfen erstmals bei der Darts-WM mit

11.12.2018

London Dartsprofi Jan Dekker war nach der Auslosung erst einmal bedient. „Es wird richtig schwer. Es ist ein Spiel, bei dem ich eigentlich nur verlieren kann“, sagte der Niederländer. Zum Auftakt der Darts-WM an diesem Donnerstag erwischte er Lisa Ashton als Erstrundengegnerin – eine von zwei Frauen, für die erstmals Startplätze beim Saisonhöhepunkt im berühmten Alexandra Palace in London reserviert wurden.

Frauen kommen in der testosteron-durchtränkten Darts-Szene bislang praktisch nicht vor – zumindest vor der Scheibe. Die nicht selten bierseligen männlichen Fans, die im legendären „Ally Pally“ Jahr für Jahr meist unter Ihresgleichen eine gigantische WM-Party feiern, dürften die pfeilewerfenden Frauen bestenfalls als willkommenen Farbtupfer wahrnehmen – schlimmstenfalls als unverschämte, die Traditionen missachtende Provokation.

Denn das bisher stumpfe Frauenbild im Darts soll sich wandeln. Erst wurden zu Jahresbeginn die „Walk-on-Girls“, die die Spieler durch die Zuschauermassen zur Bühne begleiteten, abgeschafft. Jetzt stehen Frauen, die auf der bekannteren und lukrativeren Tour der Professional Darts Corporation (PDC) bisher keine Rolle spielten, auf der Teilnehmerliste.

Die Engländerin Ashton (48) und die Russin Anastassija Dobromyslowa (34) schnappten sich ihre Startberechtigung bei Qualifikationsturnieren. Beide gehören in der Frauenszene seit Jahren zur Weltspitze: Die amtierende Weltmeisterin Ashton gewann insgesamt vier WM-Titel der British Darts Organisation (BDO), Dobromyslowa drei. Die Russin stand bei der PDC-WM 2009 sogar schon einmal auf der großen Bühne im „Ally Pally“. Dort schied sie zwar direkt in der Vorrunde aus, triumphierte aber später beim Grand Slam of Darts über Vincent van der Voort, der sich deswegen auch zehn Jahre später noch Frotzeleien seiner Kollegen anhören muss.

„Wir Leben in sich verändernden Zeiten“, sagte Barry Hearn. Der 70-jährige Schirmherr der WM gilt eigentlich selbst als Typ der alten Schule. Er machte die PDC-Tour groß, kreierte mit der WM ein Party-Event mit Bierlaune. Hearn sagt, er könne Frauen nur die gleichen Wettbewerbsbedingungen geben, die Leistung müssten sie selbst bringen.

„Wer Barry kennt, der weiß, dass er das nicht einfach so und ohne guten Grund macht“, sagte Dobromyslowa. Sie ist der Meinung, dass der Promoter die Bühne der WM in London nutzt, um die Aufmerksamkeit für eine zukünftige Turnierserie für Frauen zu nutzen. Dobromyslowa wäre das nur recht. Die Russin trifft in ihrem Erstrundenmatch am Montag auf den Briten Ryan Joyce..

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