Oldenburg - Die Zeit, in der die Tage kürzer werden, ist auch die Zeit, in der die Läuferinnen und Läufer von der Straße in den Wald wechseln. Eine beliebte Chance auf Cross-Gefühle mit uriger Atmosphäre bietet an diesem Sonntag ab 10 Uhr der vom Team Laufrausch organisierte „Lop dwasch dörn Wildenloh“. 200 Aktive sind für die 41. Auflage mit Start und Ziel in der Nähe des Waldhofes (früher Gasthof Kracke) an der Edewechter Landstraße gemeldet.
Das Wald-Debüt: Die 9000-Meter-Distanz, mit der der seit jeher ohne großen Schnickschnack auskommende „Lop“ um 11.45 Uhr sein Finale erlebt, steht wie 2022 bei ihrem Wildenloh-Debüt auf dem Plan von Anna Federhen. Die 20-Jährige von den Kampfsportfreunden aus ihrer Heimatstadt Köln studiert seit einem Jahr in Oldenburg Medizin und kommt eigentlich vom Geräteturnen. „Nebenbei bin ich schon immer gern gelaufen, weil man dabei so schön den Kopf freikriegen kann“, erklärt die Rheinländerin, die aber erst an der Hunte zur Volksläuferin wurde.
Das Lauf-Erlebnis: Nicht ganz unschuldig daran ist Michael Freitag, Organisator des „Lauf der Allgemeinmedizin“ im Rahmen des Oldenburg Marathon. „Michael hat Läufer für die Staffel im vergangenen Jahr gesucht“, erzählt Federhen, die so hier zu ihrem ersten Lauf-Erlebnis kam. Mit ihrer Erstsemester-Staffel lief sie auf Rang sechs und erreichte diese Platzierung auch wenig später bei ihrer Wildenloh-Premiere. In diesem Jahr ist das Wald-Spektakel an der Grenze von Ammerland und Oldenburg für sie nach Everstener Brunnenlauf sowie den „4 Mijl van Groningen“ erst ihr dritter Start. Auf den Oldenburg Marathon musste sie verletzungsbedingt verzichten.
Die Sozial-Komponente: Ihre Laufgruppe hat für die Wahl-Oldenburgerin nicht nur eine sportliche, sondern auch eine soziale Komponente. „Wenn man neu in eine fremde Stadt kommt, ist der Sport die ideale Möglichkeit, Leute kennenzulernen“, erklärt Federhen: „Deshalb habe ich auch im Rahmen des Unisports Volleyball und Geräteturnen gemacht.“ Vor diesem Hintergrund begann sie auch wieder wettkampfmäßig mit dem Geräteturnen – allerdings nicht in Oldenburg, sondern beim TuS BW Lohne. „Da bin ich durch eine Kommilitonin hingekommen. Hier gibt es da ja nicht so viele Möglichkeiten“, meint die 20-Jährige.
Die Sport-Zukunft: Was das Laufen betrifft, peilt sie im Januar 2024 eine Teilnahme an der Sandkruger Schleife an, bevor im Laufe des Jahres ihr erster Triathlon folgen soll. Aber auch der eine oder andere Volkslauf steht noch auf dem Programm. „Immer die längste Distanz, solange es kein Marathon ist“, lacht die sportbegeisterte Studentin.
