LUDWIGSHAFEN - Österreich ist Faustball-Europameister: Diese bittere Erkenntnis musste die Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, Silke Eber, am Sonntagnachmittag hinnehmen, nachdem ihr Team im Finale des Turniers in Ludwigshafen mit 1:3 (11:9; 11:13; 6:11; 5:11)verloren hatte.
Dabei begann alles so gut: Nachdem die deutschen Frauen als Gastgeberinnen ungeschlagen aus dem ersten Wettkampftag am Sonnabend herausgegangen waren, starteten sie gut ins Finale: Nach einigen Ballwechseln auf Augenhöhe, die durch starke Angaben geprägt waren, setzten sich die deutschen Frauen im ersten Satz mit 11:9 durch. Doch dann wurden die Österreicherinnen immer stärker. Sie gingen mit 5:1 in Führung. Und trotz einer kurzzeitigen Aufholjagd der Deutschen gewannen die Gäste mit 13:11. Danach war bei den Frauen von Silke Eber die Luft raus: Sie verloren die beiden folgenden Sätze mit 6:11 und 5:11. „Bis Ende des zweiten Satzes war alles offen. Den hätten wir gewinnen müssen. Österreich hat sich in einen wahren Rausch gespielt. Da konnten wir dann leider nicht mehr mithalten,“ sagte die Mannschaftsführerin Janna Meiners. Mit ihr standen im Finale Cindy Nöckel, Sonja Pfrommer, Marie Therese Warnick, Annika Lohse und Silja Stenzel auf dem Platz.
Starker Auftritt
Dabei hatte das Team noch am Vortag gezeigt, dass es stark genug ist, um die Österreicherinnen zu schlagen – auch wenn es dafür drei Sätze benötigte. In ihrem dritten Spiel der Vorrunde siegte es mit 11:8; 7:11; 11:9. Bundestrainerin Silke Eber setzte Cindy Nökel im Angriff ein, die von Sonja Pfrommer ergänzt wurde. Zuspiel und Abwehr wurden aus Janna Meiners, Annika Lohse und Silja Stenzel gebildet. Schon hier zeigten beide Mannschaften, was in ihnen steckt: Sie kämpften mit druckvollen, platzierten Schlägen und duellierten sich auf Augenhöhe. Im zweiten Satz unterliefen den deutschen Frauen mehr und mehr Fehler, so dass Österreich teilweise leichtes Spiel hatte. Doch dann der dritte Satz: Bis zum 8:8 blieb es ganz eng. Dann machte Deutschland zwei Punkte in Folge und schaffte letztendlich den Satzgewinn und damit den Einzug ins Finale.
Denn schon zuvor überzeugten die deutschen Frauen im Auftaktspiel gegen Tschechien (11:3; 11:5), gegen Italien (11:9; 11:8) und gegen die Titelverteidigerinnen aus der Schweiz (11:9; 11:6).
Traum vom Titel
Die Italienerinnen erwiesen sich dabei sich als schwierige Gegnerinnen. Im ersten Satz hatte Deutschland mit allerhand Problemen zu kämpfen, lag sogar mit 7:9 zurück. Nach dem etwas glücklichen Satzgewinn stellte die Trainerin das Team komplett um. Und die Maßnahme fruchtete: Platzierte, variable Angriffe von Marie-Therese Warnick brachten Deutschland das 4:1 und dann die 6:3-Führung. Diesen Vorsprung ließen sich die Deutschen nicht mehr aus der Hand nehmen.
Im ersten Satz gegen die Schweiz lagen sie sogar 1:5 und später 3:7 zurück, sorgten dann aber für die 10:9-Führung und den darauf folgenden Satzgewinn. Der zweite Durchgang verlief deutlicher und Abwehrspielerin Silja Stenzel sagte: „Das Spiel hat gezeigt, dass wir auch einen größeren Rückstand drehen können. Nach vier Siegen am ersten Wettkampftag resümierte Mannschaftsführerin Janna Meiners: „Das hat riesig Spaß. Jetzt wollen wir uns den Titel holen.“
Daraus wurde nichts. Als Gruppensieger hatte Deutschland am Sonntag nur das Finale zu spielen, Österreich musste noch das Halbfinale gegen die Schweiz spielen. Bereits hier überzeugten die späteren Europameisterinnen und unterstrichen ihre Titelambitionen. Sie gewannen deutlich mit 3:0 (11:8; 11:7; 11:9). Die Schweiz wurde letztendlich durch einen 3:0-Sieg ( gegen Italien Dritter.
