LüBECK - Weltmeister Deutschland hat vier Wochen nach dem Titelgewinn in Schanghai einen großen Schritt Richtung Endrunde der Frauenfußball-EM 2009 in Finnland gemacht. Im ersten Pflichtspiel nach der WM schlug die DFB-Mannschaft die Auswahl Belgiens in Lübeck verdient mit 3:0 (2:0) und baute durch den vierten Sieg im vierten Spiel seine Führung in der Gruppe 4 weiter aus. Mit einem weiteren Erfolg in der bevorstehenden Partie in den Niederlanden am Donnerstag (20 Uhr/ZDF) könnte die deutsche Auswahl die EM-Qualifikation so gut wie perfekt machen.

Bereits am Dienstag hofft der DFB indes auf einen anderen Erfolg, wenn gegen 15 Uhr die Entscheidung über die Vergabe der Frauen-WM 2011 bekannt gegeben wird. Drei Stunden vor der Entscheidung hat der DFB bei einer Präsentation ein letztes Mal die Möglichkeit, das Exekutivkomitee von den Vorteilen Deutschlands als Gastgeber gegenüber Mitkonkurrent Kanada zu überzeugen.

Vor 17 000 begeisterten Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Lohmühle brachten Tore der Frankfurterin Kerstin Garefrekes (8. Minute) und von Sandra Minnert (10./SC Bad Neuenahr) den Europameister früh auf die Siegerstraße. Allerdings dauerte es danach bis zur 74. Minute, ehe die dreimalige Weltfußballerin Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt) den Endstand herstellte.

Ganz zufrieden war DFB-Trainerin Silvia Neid aber trotzdem nicht. „Es ist das eingetreten, was wir erwartet haben: Der Akku war leer“, sagte Neid und analysierte den Pflichtsieg trocken: „Wir haben uns bemüht, aber es hat nicht so viel geklappt. Besonders in der ersten Halbzeit haben wir uns sehr schwer getan und hatten kaum Ideen.“

Die DFB-Auswahl zeigte von Beginn an Offensivfußball. Gegen die in allen Belangen unterlegenen Gäste aus Belgien entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, bei dem die Deutschen viele Torchancen knapp vergaben.

Derweil hat Abwehrspielerin Sandra Minnert wegen eines Knorpelschadens im linken Knie ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach dem Spiel am Donnerstag angekündigt.