LüNEBURG - Das Ziel der Oberliga-Fußballer des BV Cloppenburg ist klar. Nach bislang sieben Auswärtserfolgen – die Vorsaison mit eingerechnet sind es sogar bereits neun – soll an diesem Sonntag (Anstoß 14 Uhr) beim Tabellenzwölften Lüneburger SK Hansa der nächste Streich in einem gegnerischen Stadion erfolgen.
„Meine Spieler wissen, dass sie etwas Besonderes schaffen können. Die Motivation ist sehr hoch, und das Selbstvertrauen ist groß“, hat Cloppenburgs Chefcoach Jörg-Uwe Klütz im Training ausgemacht. Auf der anderen Seite weiß er aber auch, dass auf sein kickendes Personal im altehrwürdigen Wilschenbruch-Stadion bestimmt ein hartes Stück Arbeit warten wird.
Willen erkältet
„Natürlich ist längst jeder Gegner scharf darauf, unsere Serie zu stoppen. Ich erwarte, dass die Lüneburger richtig Gas geben werden.“ Ob der 43-Jährige die gleiche Startelf wie beim 2:0-Arbeitssieg in Nordhorn auflaufen lassen kann, ist derweil noch ungewiss. Denn mit Abwehrorganisator Christian Willen plagt sich ein Schlüsselspieler mit einer starken Erkältung herum.
Muskuläre Probleme zwangen David Niemeyer und Gerrit Thomes zu einem Sparprogramm im Training. Diesen Übungseinheiten war Trainer Jörg-Uwe Klütz am Mittwochabend ganz fern geblieben. Der Ex-Profi nahm beim 1:1 im Nachholspiel bei Osnabrücks Reserve mit der U23 von Eintracht Braunschweig bereits den nächsten Gegner unter die Lupe.
Angenehmer Gegner
In der vergangenen Saison zählten die kaum einschätzbaren Lüneburger zu den angenehmsten Gegnern für den BV Cloppenburg. Daheim an der Friesoyther Straße gewann der BVC locker mit 4:0. Und auswärts folgte ein 5:2-Erfolg.
Um diese Bilanz auszubauen zu können, sollte der BV Cloppenburg die Lüneburger tunlichst vom Strafraum fern halten. Denn die Universitätsstädter erhielten im bisherigen Saisonverlauf bereits fünf Elfmeter zugesprochen. Zumindest in dieser Hinsicht sind die ansonsten eher enttäuschenden Lüneburger ligaweit ganz vorne.
Keine Frage, die Erwartungshaltung in Lüneburg vor dieser Spielzeit war keinesfalls gering. Nach dem schwachen 13. Rang in der Vorsaison sollte der neue alte Trainer Gerd Bruns, der Kult-Coach Harry Pless am Wilschenbruch beerbte, die Mannschaft in Richtung Regionalliga lenken. Bei elf Abgängen und acht Neuzugängen wurde der Kader neu sortiert. Als Leitwolf agiert noch immer der 32-jährige Ex-Cloppenburger Maik Kruse. Mit acht Treffern, davon fünf verwandelte Elfmeter, ist der Sechser erfolgreichster Torschütze der Lüneburger. Ohnehin hat der aktuelle Zwölfte mit 26 Treffern nur zweimal weniger als die Cloppenburger getroffen. Dafür zappelte auf der anderen Seite der Ball bereits 35-mal im Netz des SK Hansa. Bereits dreimal, in Langenhagen (1:5), bei Schlusslicht Osterholz-Scharmbeck (1:6) und zu Hause gegen Ottersberg (1:4), gab es eine richtige Klatsche. Allerdings wurde dem Topteam Rehden ein 0:0 abgetrotzt. Coach Bruns geriet schnell in die Kritik der Anhänger. Immerhin absolvierte der Club aus der 75000 Einwohnerstadt bereits neun Heimpartien. Als nach dem 3:2 über Holthausen-Biene in Nordhorn mit einem 2:1 die ersten Auswärtspunkte überhaupt geholt wurden, glaubte man in Lüneburg an die Wende zum Guten. Doch prompt folgte beim 1:3 daheim gegen Emden ein bitterer Rückschlag, der die Regionalliga zumindest vorerst in weite Ferne rücken lässt.
