LUHMüHLEN - Am letzten Sprung hat Vielseitigkeitsreiter Kai Rüder die große Titelchance vertan und Andreas Ostholt zur deutschen Meisterschaft verholfen. Weil Rüder bei den Titelkämpfen in Luhmühlen im abschließenden Springreiten mit Leprince de Bois insgesamt acht Strafpunkte kassierte, gewann Ostholt mit Franco Jeas. Für den 33-jährige Reiter aus Warendorf war es der erste Titel.

„Endlich hat es mal hingehauen“, sagte der Sieger: „Ich habe gedacht, dass die anderen vor mir Null reiten, umso schöner ist es, dass es geklappt hat.“ Auch Marina Köhncke vergab die Chance, durch fünf Strafpunkte mit Calma Schelly (44,10) rutschte sie auf Platz fünf.

In der zum DM-Rahmenprogramm gehörenden Vier-Sterne-Prüfung gelang Andreas Dibowski der ersehnte Heimsieg. Der Mannschafts-Olympiasieger aus dem benachbarten Egestorf gewann mit Leon (39,80) dank des fehlerfreien Springens zum Abschluss. Auf Platz zwei kam Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Opgun Louvo (43,00) vor Frank Ostholt aus Warendorf mit Little Paint (46,10).

Die Britin Piggy French, die im Gelände die Führung übernommen hatte, kam nach zwei Abwürfen mit Flying Machine (46,40) nur auf Rang vier und ermöglichte den deutschen Dreifach-Erfolg.

In der zuvor ausgetragenen Meisterschaft schob sich Andreas Ostholt dank der Patzer der Konkurrenz vom dritten auf den ersten Platz. Mit 39,30 Strafpunkten lag der jüngere Bruder von Mannschafts-Olympiasieger Frank Ostholt knapp vor seinem Konkurrenten aus Landkirchen auf Fehmarn, der auf 39,50 Strafpunkte kam. Dritte wurde Vorjahressiegerin Julia Mestern (Schwaiganger) mit Schorsch (40,60).

Für Rüder war der Titel in der Lüneburger Heide zum Greifen nah. In der Dressur ging er in Führung und baute diese beim Geländeritt sogar noch aus. Einen Abwurf hätte der 39-Jährige sich leisten können, doch der zweite wurde ihm zum Verhängnis.