LUHMüHLEN - Sandra Auffarth hat die deutschen Vielseitigkeitsreiter zum Auftakt der Heim-EM in Luhmühlen auf Titelkurs gebracht. Mit der besten Dressur des ersten Tages auf ihrem Wallach Opgun Louvo führte die 24-Jährige aus Ganderkesee das Team an die Spitze. „Wenn man darauf hinarbeitet und es auf den Punkt klappt, ist das super“, sagte sie nach ihrem Ritt, für den sie die Tagesbestwertung von 35,40 Strafpunkten erhielt.

„Sie hat das Pferd selbst ausgebildet. Sie sind ein super Paar“, lobte Bundestrainer Hans Melzer seine „Newcomerin des Jahres“.

Als erster Reiter hatte Team-Olympiasieger Andreas Dibowski aus dem heimischen Dühle mit Fantasia 43,80 Strafpunkte vorgelegt und wurde Tages-Siebter. Nach zwei von vier Reitern in der Dressur führen die Gastgeber die Wertung mit 79,20 Strafpunkten vor Titelverteidiger und Hauptkonkurrent Großbritannien (93,10) und Schweden (97,70) an.

Auffarth übernahm am Donnerstag nach 35 von 70 Reitern auch die Führung in der Einzelwertung. „Für mich steht die Mannschaft aber an erster Stelle“, sagte Auffarth.

Gleich sechs Deutsche kamen unter die ersten Zehn. „Das ist motivierend für die anderen am Freitag“, sagte Melzer. „Vielleicht war das auch ein Schock für die Konkurrenz, dass wir so massiv auftreten.“ Dritter im Einzel hinter der Schwedin Sara Algotsson-Ostholt (36,00) ist Dirk Schrade (Sprockhövel) mit King Artus (36,70).

Am Freitag reiten Team-Olympiasiegerin Ingrid Klimke (Münster) mit Abraxxas und Weltmeister Michael Jung (Horb) mit Sam für die Mannschaft. Einen Tag später folgt der Geländeritt, die Entscheidung fällt am Sonntag im Springparcours. „Wenn Sandra im Springen die Nerven behält, können wir Gold holen“, war sich Melzer schon im Vorfeld der EM sicher.

Zuletzt wurde Deutschland 1973 in Kiew Mannschafts-Europameister. Bisher einzige Einzel-Europameisterin wurde im Jahr 1997 in Burghley Bettina Hoy.