Lemwerder - Jürgen Stolle liebt seine Gemeinde. Der 75-jährige Architekt hat nicht nur lange Jahre im Vorstand des Lemwerder Turnvereins mitgewirkt, was ihm zuletzt den Ehrenvorsitz eingebracht hat. Nein, der überzeugte Lemwerderaner will sich auch für eine gute Weiterentwicklung seines Heimatortes einsetzen. Deshalb hat er bei der Wahl zum Gemeinderat für die CDU kandidiert. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber das hält Jürgen Stolle nicht davon ab, weiter mit offenen Augen durch Lemwerder zu gehen.
Dabei ist ihm aufgefallen, dass einige Fußwege, insbesondere in den Bereichen Nordseering und Bardewischer Ring, viele Unebenheiten im Pflaster aufweisen. „Das ist ein erhebliches Risiko für ältere Mitbürger“, sagt Stolle und fordert die Gemeinde auf, die Schäden schnell zu beseitigen. Denn in diesem Zustand sei „die Sicherung der Wege im Winter teilweise kaum noch herzustellen“.
Als langjährigem Mitglied im Lemwerder Turnverein und dort in verantwortlicher Funktion aktiv, liegen ihm die Sportstätten der Gemeinde besonders am Herzen. Und so fragt sich der 75-Jährige beispielsweise, ob vom Kunstrasenplatz, der erst 2010 in Betrieb genommen wurde, eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Nutzer ausgeht.
Nach seiner Kenntnis, schreibt Stolle mit der Bitte um Prüfung an die Verwaltung, sei die Konzentration von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) im Granulat auf Kunstrasenplätzen „oft deutlich über der Norm, zehn bis 100 Mal so hoch“. PAK machen den Kunststoff „weich“.
Diese Stoffe, so Stolle weiter, „sind krebserregend, können das Erbgut verändern und haben fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften“. Mit anderen Worten: Sind die Belastungswerte zu hoch, dann darf der Platz in Lemwerder nicht mehr genutzt werden. Stolle: „Diese Stoffe kann der Mensch entweder über die Atemwege als Feinstaubpartikel oder über die Haut aufnehmen, zum Beispiel bei Verletzungen.“ Nach einer EU-Verordnung, die Ende 2015 in Kraft getreten ist, sind Produkte mit mehr als einem Milligramm PAK pro Kilo verboten.
Schließlich beklagt Jürgen Stolle, dass die Umkleiden in der Ernst-Rodiek-Halle nur mangelhaft zu verschließen sind. Dies habe in der Vergangenheit bereits zu Diebstählen und Schäden an den Umkleiden geführt.
Fachbereichsleiter Matthias Kwiske bestätigt den Eingang der „Arbeitsaufträge“, kann aber auf Anfrage noch keine Ergebnisse mitteilen. „Wir prüfen das ernsthaft und in aller Ruhe“, sagte er.
