Cloppenburg/Hjörring - Dass Fußball verbindet, ist bekannt. Er kann aber auch dafür sorgen, dass Abkürzungen „rehabilitiert“ werden. Klingt doch NSA in den Ohren vieler Deutscher bedrohlich, weil die National Security Agency (Nationaler Sicherheitsdienst) der USA ihre „Ohren“ scheinbar überall hat. Positives verbinden dagegen Tausende Fußballerinnen mit der Abkürzung NSA. Schließlich steht sie auch für National Soccer Academy, und die Nachwuchsspielerinnen der Vereinigten Staaten haben beim riesigen Jugend-Turnier in Hjörring (Dänemark) einen guten Eindruck hinterlassen: Mit dänischer und deutscher Unterstützung gewannen sie den Wettbewerb der Girls 13 (G-13) um den Dana-Cup.

Das Völker verbindende Potenzial des Fußballs hatte sich schon vor Beginn des Turniers im Norden des skandinavischen Landes gezeigt. Die Cloppenburger Auswahltrainerin Sabrina Abramowski hatte schon im Vorjahr mit der Kreisauswahl am Dana-Cup teilgenommen und freundschaftliche Beziehungen zu den NSA-Verantwortlichen aufgebaut. Die baten nun um Unterstützung für ihre G-13.

Pia Dirksen (SW Lindern), Merit Mödden (SV Harkebrügge) und Leonie Wiese (SF Sevelten) ließen sich auf das Abenteuer ein – und nichts weniger wartete auf sie. Schließlich traten sie in einer Mannschaft mit neun US-Amerikanerinnen und fünf Däninen an, in der nur Englisch gesprochen wurde.

Dennoch blieb die zusammengewürfelte Truppe in der Gruppenphase ungeschlagen. Mit zwei Siegen und einem Unentschieden erreichte das internationale Team die K.O.-Runde. In der ging es für das NSA-Team nicht nur erfolgreich weiter, es bekam auch noch Verstärkung durch Jessica Müller vom BV Cloppenburg.

Die hatte zuvor in der G-16 der NSA gespielt und war bereits ausgeschieden. Das sollte sich für sie nicht wiederholen. Mit der G-13 schaffte sie es bis ins Finale gegen den FC Hjörring. Das Duell wurde im Elfmeterschießen entschieden, und zwar durch die Mädchen aus dem Landkreis Cloppenburg: Jessica Müller im Tor und die erfolgreichen Schützinnen Merit Mödden, Leonie Wiese und Pia Dirksen sorgten für einen 3:0-Sieg. Aber nicht nur am Final-, sondern auch am Gesamterfolg hatten sie großen Anteil, hatten Pia (6 Tore), Leonie (5) und Merit (1) doch mehr als die Hälfte der 21 NSA-Treffer erzielt.

An dem Turnier mit mehr als 1000 Mannschaften aus 45 Nationen hatte aber auch die U-12-Kreisauswahl teilgenommen. Sie schoss sich mit vier Siegen ins Viertelfinale: Stryn T&IL (1:6) und Loddefjord IL (0:2) aus Norwegen mussten sich Team Cloppenburg ebenso geschlagen geben wie die Däninen Fortuna Hjörrings (0:11) und des Horsens FC (0:1).

Im deutschen Viertelfinal-Duell mit dem TuS Harsefeld sorgte die Auswahl mit gekonntem Kurzpass-Spiel dafür, dass sie noch länger vom Turniersieg träumen durfte. Andra Benkens schoss ihre Mannschaft zu einem 2:0-Erfolg. Aber im Halbfinale war dann Team Gneist IL, das ausschließlich mit Spielerinnen des älteren Jahrgangs besetzt war, zu stark. Die Norwegerinnen siegten 2:0.

   G-12: Laura Begert (SV Bösel), Andra Benkens (Viktoria Elisabethfehn), Janne-Noah Lömker (JSG Lastrup/Hemmelte/Kneheim), Monique Möller (BV Cloppenburg), Antonia Preuth (SV Bösel), Emily Schmolke (SV Bösel), Chantal Bartels (BW Galgenmoor), Talea Müller (Viktoria Elisabethfehn), Jule Arlinghaus (SV Bösel), Caroline Vogelsang (SV Bösel), Alina Sünramm (BV Garrel), Hannah Schrapper (SG Peheim/Ermke). B-12: Keno Dirksen (SW Lindern) spielte im Team der NSA. G-13: Pia Dirksen (SW Lindern), Merit Mödden (SV Harkebrügge), Jessica Müller (BVC), Leonie Wiese (SF Sevelten) spielten im Team der NSA mit. G-16: Michelle Kaiser, Elisa Gerst, Jessica Müller, Katharina Tabeling (alle BVC) spielten im Team der NSA mit.

Trainerinnen: Sabrina Abramowski, Meike Ferneding, Elisa Gerst.

Betreuer: Thomas und Gerlind Dirksen, Horst Schrapper.

Steffen Szepanski
Steffen Szepanski Redaktion Münsterland (Lokalsport)