Folgende Läufer
aus dem Kreis, die in der Ergebnisliste über Verein oder Ort zu finden waren, kamen am vergangenen Sonntag beim Hamburg-Marathon ins Ziel:
Hatten: Rüdiger Aakmann (M 45/ 3:44:01 Stunden), Angelika Carl (W 40/ 4:02:18/pers. Bestleistung - PB), Irmgard Damaschke-Wohnig (W 55/ 4:06:00), Markus Dorok (M 35/ 3:38:50), Sarah Iken (W30/3:37:58), Birgit Fiedler (W 35/ 3:51:01/PB), Thorsten Fischer (MH/ 3:12:00), Steffen Geiger (M40/ 3:25:54), Uta Geiger (W 40/ 5:04:59), Michael Göpel (M 40/ 4:54:01), Gabriele Haubrich (WH/4:04:01), Sigrid Blum (W 45/ 4:02:28/PB), Dieter Mimkes (M 45/ 3:43:53), Jürgen Lakeberg (M 45/ 2:57:40/PB), Holger Tycner (M 35/ 2:57:20), Markus Wolf (M 35/3:19:26).
Wildeshausen: Ariane Brems (WH/ 4:06:01), Herbert Kern (M50/ 3:35:31), Heike Muhle (WH/ 4:11:21), Jan-Dierk Oetken (M30/ 3:32:38), Manuela Pacholke (W35/ 4:17:56, Dr. Kian Shahidi (M 35/ 5:36.10), Jochen Siems (M 60/ 5:55:23).
Huntlosen: Karl-Heinz Bode (M60/ 4:59:05).
Hude: Herwig Janssen (M35/2:59:15), Arnd Linnemann (M40/3:46:01), Martin Wessels (M35/4:14:08), Bernd Feinermann (M35/ 4:57:47) Harm Kügler (M35/5:08:34), Ingo Duesmann (M35/5:19:49).
Wardenburg: Torsten Graue (M40/5:23:55), Joachim Schulze (M55/5:02:33).
Harpstedt: Detlef Tolle (M40/3:39:11).
Läufer aus dem Kreis beim HH-marathon
Einer Herausforderung stellte sich der Handballer Martin Wessels. Er nahm die 42,195 Kilometer beim Hamburg-Marathon in Angriff. Nach gut vier Stunden überquerte er die Ziellinie.
von fried-michael carl
HUDE/HAMBURG - Martin Wessels hatte gute Laune, denn die Aufstiegsfeier der Handballer der TSG Hatten-Sandkrug im Mai 2004 gefiel ihm. Er war Oberligameister geworden. Entsprechend locker waren er – und seine Zunge. In bester Stimmung traf er mit einer sportlichen Frau aus den Reihen der TSG eine Abmachung, die für ihn eine folgenschwere und lange – genau 42,195 Kilometer – Konsequenz haben sollte: die Teilnahme am Hamburg-Marathon 2005.Es war bei Kilometer 32, irgendwo an der Alsterkrugchaussee im Norden Hamburgs, als er noch einmal an diesen Abend dachte. Die Füße schmerzten, der Puls raste, der Körper drohte zu streiken; Wessels wollte aufgeben. So wie im November, als ihn der Abend im Mai endgültig eingeholt hatte. Damals teilte ihm die sportliche Frau mit, dass sie sich für den Lauf in Hamburg angemeldet habe. Wessels war im Zugzwang, denn viele Kumpel bekamen die Vereinbarung mit.
Der 36-Jährige holte sich Informationen über den Marathonlauf ein und bekam „Muffensausen“. „Das kann ich nicht“, war seine Reaktion auf die gewonnenen Erkenntnisse. Er wankte, wollte den Rückzieher machen, bevor überhaupt die erste Trainingseinheit absolviert war. Damals stieg er nicht aus, und auch nicht bei Kilometer 32 in Hamburgs Norden am vergangenen Sonntag. Es war eine stille Allianz mit einer fremden Frau, die ihm half. Ein Blickkontakt genügte. Das tat gut. Das Duo lief gemeinsam, baute sich auf, wechselte sich in der Führung ab, und verringerte die Strecke zum Ziel Meter um Meter. „Ankommen“, dachte Martin Wessels, „nur ankommen!“ Sein Wille siegte, selbst wenn der Körper eigentlich nicht mehr wollte. Ein Danke imZiel an die Frau, die ihm geholfen hatte und von der er erfuhr, dass es ihr bei Kilometer 32 ähnlich mies ergangen war.
Der Handballer Wessels, der bei den Ausdauertests immer gute Werte erzielte, hatte den ersten Teil der Strecke genossen. Am Start war er nervös wie nie zuvor in seinem Leben gewesen. Dann hatte er sich von dem Pulk der 23 000 Starter an dem schönen Sonntag treiben lassen. Über die Reeperbahn, entlang des Elbufers zum Fischmarkt und den Landungsbrücken, wo zehntausende Fans die Aktiven stürmisch bejubelten. Wessels war begeistert, ebenso wie von der hervorragenden Planung der Organisatoren, die an alles gedacht hatten. Vorbei an der Binnenalster ging es für ihn und das Läuferfeld dann in die City-Nord. Langsam aber sicher schwanden die tollen Eindrücke. Der Körper meldete sich. Seine nicht immer konsequente Vorbereitung, die er mit den wesentlich gewissenhafteren Hudern Harm Kügler, Ingo Duesmann und Bernd Feinermann absolvierte hatte, zeigte erste Folgen. Ab Kilometer 32 sah er nur noch den Asphalt und die Frau, mit der er in stiller Allianz zum Ziel lief. 2000 Meter davor waren
es die „tollen“ Zuschauer, die ihn stimulierten und mit ihrer Begeisterung ins Ziel trugen. Nach 4:14,08 Stunden war Wessels bei seinem Marathondebüt angekommen. „Noch nie im Leben habe ich mich so gequält“, gab er wenig später zu. Da war er fast so gut gelaunt wie im Mai 2004, als er mit der sportlichen Frau, die auch ins Ziel kam, eine Abmachung getroffen hatte, ohne an die Folgen zu denken.
