Ahlhorn - Favoritenstürze bei einem historischen Fußballturnier: Die Bezirksligisten VfL Wildeshausen und SV Tur Abdin Delmenhorst wurden am Sonnabend ihren Vorschusslorbeeren beim erstmals ausgetragenen Hallenmasters des Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst nicht gerecht. Sowohl Landkreis-Meister Wildeshausen als auch Stadtsieger Abdin konnten den SV Baris bei seinem Triumphzug in der Ahlhorner Sporthalle Am Lemsen nicht aufhalten. Der Kreisligist setzte sich überraschend durch.
„Jetzt kann die Party losgehen, wir werden richtig Gas geben“, strahlte Baris-Trainer Önder Caki nach dem Coup seines Teams. Mit einem 1:0 im Finale gegen den klassenhöheren Rivalen Tur Abdin stellte Baris den Gewinn des Masters-Turniers sicher. Mert Caki markierte den entscheidenden Treffer 57 Sekunden vor dem Ende nach einer feinen Einzelleistung. Abdins Schlussmann Yüksel Aslan war bei dem platzierten Linksschuss machtlos.
Großen Anteil am Baris-Erfolg hatte vor allem Malik Oflazoglu. Der eigentlich nur in der zweiten Mannschaft aktive Torwart hielt im Halbfinale im Neunmeterschießen gegen den VfL Wildeshausen die Schüsse von Jan Lehmkuhl sowie Majues Gebhardt-Bauer und ebnete seinem Team damit den Weg ins Endspiel. In der regulären Spielzeit hatte Lehmkuhl das 1:1 geschossen, der Siegtreffer wollte für den VfL jedoch nicht mehr fallen. So blieb Wildeshausen der Finaleinzug ebenso verwehrt wie dem Ahlhorner SV. Die Gastgeber verloren ihr Semifinale gegen Abdin mit 0:2. Das Spiel um den dritten Platz ging mit 2:1 an Ahlhorn.
Die Zwischenrunde ging relativ unspektakulär über die Bühne. In Gruppe A hatten Wildeshausen und Ahlhorn eindeutig das Heft in der Hand. Der TV Falkenburg sorgte in Gruppe B für Aufregung und schnupperte kurzzeitig am Halbfinale. Eine 2:0-Führung gegen Abdin gab der Turnverein aber nach zwei Zeitstrafen aus den Händen – aus der Traum vom Weiterkommen. Selbst der TSV Ippener hätte im letzten Spiel gegen Baris mit einem Sieg weiterkommen können, verlor aber unglücklich 2:3.
„Die Veranstaltung ist wunderbar verlaufen“, sagte ASV-Fußballleiter und Organisator Ludger Stratmann. Auch Ahlhorns Bürgermeister Thorsten Schmidtke, der die Schirmherrschaft für das Masters übernommen hatte, strahlte nach dem Turnier: „Es war eine einmalige Sache. Die Spiele waren jederzeit fair, außerdem bietet die Halle ein optimales Umfeld.“
Die Meinung des Bürgermeisters teilten aber nicht alle Spieler und Besucher. Denn sowohl das Zuschauerinteresse als auch die Stimmung ließen zu wünschen übrig. Etwa 300 Interessierte waren auf der Tribüne, die meisten Plätze belegten aber die Aktiven der zwölf Mannschaften.
