Oldenburg - Man sollte meinen, in einer Basketball-Metropole wie Oldenburg, mit einem mehrfach ausgezeichneten Nachwuchsprogramm, sollte von den jüngsten bis zu den ältesten Jahrgängen die Möglichkeit bestehen, sich im Ligabetrieb miteinander zu messen. Das ist aber nicht der Fall. Den Bereich der unter Zehnjährigen (U 9/U 10) – genannt „Minis“ – haben zu wenige Vereine aus Stadt und Umland im Programm, weshalb keine Spiele ausgetragen werden können. Dabei ist es wichtig, gerade die Jüngsten für den Basketball zu begeistern, um sich gegen Alternativsportarten wie beispielsweise Fußball durchsetzen zu können und Nachwuchsspieler auszubilden.
Praxis nur bei Turnieren
Dass es auch anders geht, zeigt NBV-Landestrainer Karl-Heinz Röben. Beim OTB leitet er seit dem vergangenen Jahr gemeinsam mit Ilka Buchholz eine Jugendmannschaft für den Jahrgang 2005 an. Begonnen hatte Röben mit 13 Kindern, inzwischen ist daraus eine Gruppe von bis zu 30 Kindern geworden, die Basketball von der Pike auf lernen. Am 14. und 15. Juni nahm er mit seinem Team am 35. Mini-Turnier in Göttingen teil. Turniere wie dieses bieten aktuell die einzige Möglichkeit für die Oldenburger „Minis“, Spielerfahrungen zu sammeln.
„Es war ein super Event, das auch ich zum ersten Mal miterlebt habe und ein riesengroßer Spaß für die Kinder“, sagt Röben rückblickend. Um alle Nachwuchsspieler unterzubringen, trat der OTB mit zwei Mannschaften an, die gleichmäßig aufgeteilt wurden. „OTB I“ belegte am Ende Platz sieben, „OTB II“ wurde Neunter. „Ein gutes Ergebnis, auch wenn wir vor allem gegen einige Berliner Teams viel Lehrgeld zahlen mussten“, findet der niedersächsische Landestrainer.
Einsatz der Eltern wichtig
Entscheidend ist gerade im Jugendbereich die Mitarbeit der Eltern. Deshalb freut sich Röben sehr über die Unterstützung, die seine Mannschaft erfährt: „Drei Elternpaare hatten sich bereiterklärt, rechtzeitig für das Turnier zwei neue Trikotsätze zu sponsern.“ 20 Erziehungsberechtigte begleiteten ihre Kinder nach Göttingen und sahen dort teilweise zum ersten Mal ein Basketball-Spiel. „Auch die Eltern konnten sehen, wie der Sport überhaupt funktioniert“, sagt Röben.
Für ihn war das Turnier ein voller Erfolg: „Die Kinder konnten viele Erfahrungen sammeln und Basketball als richtige Perspektive begreifen.“ Viele der Kinder betreiben nebenbei noch andere Sportarten, „da ist es wichtig, sie bei der Stange zu halten, damit sie weiter dabei bleiben“.
Aktuell wird einmal in der Woche trainiert, bald soll zusätzlich noch eine zweite Einheit angeboten werden. Unterstützung erhält Röben dabei von Janis Groschang.
In der kommenden Saison gehen die dann Neun- und Zehnjährigen als „OTB III“ in der Bezirksklasse U 12 an den Start, weil keine andere Möglichkeit besteht, am Spielbetrieb teilzunehmen. Dazu bedürfte es noch weiterer Vereine, die sich im Bereich der „Mini“-Basketballer engagieren.
