Südmoslesfehn/Ganderkesee/Oldenburg - Eigentlich schien alles wieder gut. Christoph Schöwe ging wieder arbeiten, genoss sein Zusammensein mit der Freundin, die neue Wohnung in Ganderkesee, hatte Spaß am Leben. Ein „ganz normales Leben“, wie er sagt. Doch dann Ende Januar die traurige Gewissheit, die ihm und seiner Familie erst mal den Boden unter den Füßen weg riss: Der Blutkrebs ist wieder da.
2012 war der 28-Jährige aus Südmoslesfehn schon einmal an Blutkrebs erkrankt, mit Chemotherapien konnte die Krankheit bekämpft werden. Doch dann stimmten im vergangenen Dezember plötzlich seine Blutwerte nicht mehr und wenige Wochen später kam die niederschmetternde Diagnose. Nun braucht der junge Mann Hilfe. Hilfe durch eine Stammzellentransplantation, die sein Leben retten könnte. Bislang konnte noch kein passender Spender für ihn gefunden werden. Aber Christoph Schöwe hofft. „Aufgeben gibt’s nicht“, sagt er.
Typisierungsaktion
Das Schicksal des 28-Jährigen hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst: Fürs Wochenende haben die Organisatoren der Deutschen Hallen-Faustballmeisterschaft der Männer in Oldenburg spontan eine große Typisierungsaktion für den erkrankten Christoph vom SV Moslesfehn angeschoben unter dem Motto „Faustballer helfen Moslesfehner Faustballer“. Alle Bürgerinnen und Bürger, alle Faustballfreunde und alle sonst, die helfen möchten, sind zu der Blutuntersuchung am Sonntag, 1. März, von 9 bis 16 Uhr in der kleinen EWE-Arena aufgerufen. Auf die Beine gestellt wird diese Typisierungsaktion vom Verein zur Hilfe leukämiekranker Kinder (Leulin) gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). So soll Christoph, aber auch anderen Patienten geholfen werden. Die EWE-Arena stelle für die Aktion eigens einen separaten Eingang zur Verfügung, ist Arnold von der Pütten vom Orga-Team „ARGE 2015“ der Faustball-DM dankbar.
Die Initiatoren um die SV-Moslesfehn-Mitglieder Arnold von der Pütten und den Verantwortlichen Daniel Krajinski, Freund der Familie, hoffen nun gemeinsam mit dem Erkrankten und seiner Familie auf möglichst viele Menschen, die sich testen lassen, ob sie als Stammzellenspender in Frage kommen. „Den Leuten, die sich typisieren lassen, entstehen keine Kosten“, betont von der Pütten. Jede Typisierung koste den Verein 50 Euro, dieses Geld aber soll aus Spenden aufgebracht werden.
Willkommen sind aber auch weitere Helfer. Wenngleich das Schicksal des Erkrankten bereits jetzt viele aufrüttelt und spontane Hilfsbereitschaft geweckt hat: „Wir hatten viele Rückmeldungen: wir kommen, wir helfen“, freut sich von der Pütten. Allein aus Schöwes Heimverein SV Moslesfehn habe sich spontan ein Dutzend Helfer für Sonntag gefunden. „Die Weiteste kommt aus Lingen.“ Zudem habe die Bastelgruppe bereits angekündigt, etwas beizusteuern.
Aufruf gestartet
Den Anstoß zu der Hilfsaktion am Sonntag hatte erst vor einigen Tagen ein Eintrag des Erkrankten selbst im sozialen Netzwerk Facebook gegeben, auf den Daniel Krajinski stieß: ein Aufruf zur Registrierung bei der Knochenmarkspenderdatei. „Ich dachte mir, das muss noch mehr Leute erreichen“ – und das erhofft er sich nun bei der Faustball-DM. „Vielleicht hat man die Chance, an dem Tag jemanden zu finden. Aber das Wichtigste ist, dass das weitergeht.“
Christoph Schöwe hofft. „Mein Kampf gegen die Leukämie geht in die zweite Runde“, sagt er kämpferisch. Und setzt dabei auf die Unterstützung der Mitmenschen. Auf einem Flugblatt bitten auch Christophs Freunde und Familie um diese Unterstützung: „Für jeden Einzelnen von uns bedeutet eine Registrierung nur fünf Minuten Zeit. Für Christoph ist es eine Frage des Überlebens. Sie schenken etwas Außergewöhnliches – die Hoffnung auf ein zweites Leben.“
