Warfleth - Ein Weltrekordler machte jetzt in Warfleth Station. Kreuz und quer durch Europa ist Markus Mayer schon mit seinen Vespas gefahren und knackte vor zwei Jahren den Rekord von Jason Chalmers und Tamlyn Locke.

1176 Kilometer hatten die südafrikanischen Geschwister 2010 in 24 Stunden auf ihrem Roller zurückgelegt – eine Vorgabe, die der abenteuerlustige Oberallgäuer, der schon in allen möglichen Ländern unterwegs war, 2015 um mehr als 500 Kilometer überbot. Ein zweiter Rekord seien dabei all die Länder gewesen, die er in so kurzer Zeit befahren habe, berichtet der Vespa-Fan auf dem Hof der Familie Rehn seinem gespannt zuhörenden Publikum.

Dieses Mal ist der 40-Jährige jedoch nicht in Mission „Weltrekord“ unterwegs, sondern um den Spaß am Rollerfahren mit etwas Sinnvollem zu verbinden. Er nutze seinen Jahresurlaub, um von Vespa-Club zu Vespa-Club zu fahren und dabei für die Kinderkrebsstiftung in Heidelberg zu sammeln. Ganz konkret solle das Geld dem Waldpiratencamp zufließen, wo die betroffenen Kinder und ihre Angehörigen neue Kraft tanken können, erklärt der Rollerfahrer. Dass diese Aktion im Internet auf derartig große Resonanz stoßen würde, hatte er nicht erwartet. „Es kamen mehr Einladungen zur Übernachtung, als ich annehmen konnte und die dabei gemachten Erfahrungen sind absolut alle positiv“, ist Mayer ganz überwältigt von den tollen Menschen, die er so kennenlernt – genauso, wie von der anvisierten Spendensumme von 3000 Euro, die er inzwischen schon vorsichtig auf 20 000 Euro nach oben korrigiert hat.

Seit dem 20. Mai sitzt der 40-Jährige täglich auf seiner gerade neu aus sechs Chassis zusammengebastelten Spezial-Vespa mit extragroßem Tank und hat seitdem knapp 3000 Kilometer zurückgelegt – rund die Hälfte von dem, was geplant ist. Aber bis zu seiner Rückkehr am 28. Juni ist schließlich noch viel Zeit.

Auch bei Claudia und Karsten Rehn stieß er auf Gleichgesinnte. Die Warflether Familie, die selber rollerbegeistert zu den „Warfleth Warriors“ gehört, hatte im Internet von der Benefiztour erfahren und Markus Mayer auf ihren Hof eingeladen, wo in großer Runde für den guten Zweck gegrillt und vor allen Dingen jede Menge spannende „Benzingespräche“ geführt werden.

Durchschnittlich 185 Kilometer lege er täglich mit seinem 125er-Roller zurück. Und mit Talisman „Sit“ als Begleiter wird es von Berne nach Flensburg gehen, anschließend ab Kiel, von einem Fernsehteam begleitet, nach Hamburg, um danach Berlin oder Salzburg ansteuern.

Erholung ist das alles irgendwie nicht, aber die tollen Erfahrungen entschädigen um ein Vielfaches. Jeden Tag stehe er zwischen 7 und 8 Uhr auf, erzählt Markus Mayer. Dann führt er erst einmal Buch über all das Erlebte und die genaue Höhe der Spenden des Tages. Transparenz sei schließlich wichtig, so seine Devise. Dann geht es dem nächsten Ziel entgegen. Einen weiteren Schontag im elterlichen Betrieb, um alles etwas sacken zu lassen, erhoffe er sich nach seiner Heimkehr allerdings schon, verriet der Weltenbummler schmunzelnd.

Und nach 25 Jahren als passionierter Rollerfahrer hat der Oberallgäuer natürlich schon sein nächstes Abenteuer geplant: In 80 Tagen soll es nächstes Jahr mit drei Rollern um die ganze Welt gehen. Die grobe Route und der Startschuss in Madrid stehen schon fest.