In der Grüppenbührener Straße hat Eberhard Mende vor drei Jahren den „Music-Club“ eröffnet – obwohl er eigentlich mit 50 Jahren Schluss mit dem „wilden Leben“ machen wollte.

Dieses wilde Leben des heute 56-Jährigen fing im Jahr 1973 an. Nach seiner Lehre zum Kaminbauer sei er damals „per Zufall in das Kneipen-Leben reingerutscht“ und machte zusammen mit seinem Bruder Fred eine Kneipe in Delmenhorst auf: das „Megaron“. „Das war schon eine tolle Zeit“, erinnert sich Mende. Damals seien viele Spieler von Werder Bremen in die Kneipe gekommen und hätten dort ihre Abende verbracht.

„Nach 20 Jahren haben wir das ,Megaron‘ dann verkauft, und ich bin nach Oldenburg gezogen“, blickt der Gastwirt zurück. Dort habe er die Diskothek „Beat-Club“ aufgemacht. „Dann kamen die 50 immer näher – und ich hatte ja gesagt, dass ich dann mit einem ruhigeren Leben anfange“, sagt er schmunzelnd.

Also verkaufte er die Disko und flog mit seiner Frau Ute für drei Monate nach Amerika. Der erste Langzeit-Urlaub nach 30 Jahren. „Wir sind mit einem Wohnwagen durch Florida gereist“, erinnert er sich begeistert zurück. „Als wir wieder kamen habe ich dann erst mal nichts gemacht. Es war wundervoll.“

Nach Ganderkesee ist Eberhard Mende eher zufällig gekommen. Seine Frau habe eine Freundin besucht und gesehen, dass der Laden an der Grüppenbührener Straße leer stand. „Sie kam zu mir und fragte mich, ob wir da nicht was zusammen machen wollen. Der Laden sei so gemütlich.“ Da habe er nicht Nein sagen können und eröffnete zu Silvester 2003 den „Music-Club“. Im selben Jahr hat sich das Paar einen weiteren Lebenstraum erfüllt: Es kaufte sich in Ganspe ein 200 Jahre altes Bauernhaus, restaurierte es und lebt nun dort. „Wenn man ewig Action hat, dann braucht man solch einen Ruhepol“, so Mende.kem

Eberhard Mende

Gastwirt