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Fußball Mit 66 Jahren ist lang noch nicht Schluss

Elisabethfehn - Mit Stolz führt Fritz Stoyke durch einen kleinen Kellerraum in seinem Haus in Elisabethfehn. Kleine und große Pokale stehen dicht gereiht in einer Schrankwand, Urkunden hängen an der Wand. Auszeichnungen, die sich der 66-Jährige über eine lange Zeit als Schiedsrichter im Nordkreis Cloppenburg verdient hat. Seine neueste „Errungenschaft“ hängt jedoch noch nicht: Vor kurzem hat ihn der Niedersächsische Fußballverband mit der Goldenen Verdienstnadel für 40 Jahre Engagement auf den Fußballplätzen der Umgebung geehrt. „Das ist eine besondere Auszeichnung, die auch einen schönen Platz bekommen wird“, sagt Stoyke.

Lizenz seit 1972

Begonnen hat alles 1972. Fritz Stoyke kickte für den Sportverein Kamperfehn. Weil seine Frau Gerhardine ein Jahr zuvor ihren Schiedsrichterschein gemacht hatte, juckte es auch Stoyke in den Fingern. „Wenn meine Frau das kann, kann ich das auch“, dachte er sich, und absolvierte seine Schiedsrichter-Lizenz. Seitdem ist der heutige Rentner stets am Ball geblieben. Nicht aktiv – das gab er 1978 auf – sondern als Spielleiter auf dem Feld für seinen Heimatverein SV Elisabethfehn. „Das Pfeifen hat sich schnell zu meiner Leidenschaft entwickelt und da ich nach und nach auch in immer höheren Spielligen leiten durfte, muss es ja auch ganz gut gewesen sein“, erinnert sich gelernte Facharbeiter.

Bis hin zur Oberliga wurde Stoyke eingesetzt, Mannschaften wie der VfB Oldenburg oder die Uwe-Seeler-Traditionself, die Freundschaftsspiele in Barßel austrug, tanzten nach seiner Pfeife. Stoyke: „Diese Spiele gehörten sicher auch zu den Höhepunkten meiner Tätigkeit. Viele Zuschauer waren rundum und bekannte Akteure, die man selbst angefeuert hat, standen auf dem Feld.“

Doch all zu lange in der Vergangenheit schwelgen, das ist nicht das Ding von Fritz Stoyke. Schließlich sei er noch heute mit Spaß bei der Sache. „An diesem Wochenende leite ich am Freitag eine Partie in Harkebrügge, Sonnabend in Bösel und Sonntag in Sedelsberg“, berichtet er. Das sei für ihn kein Stress, sondern Hobby und zeige, dass seine Leistungen weiter anerkannt werden. Deswegen hält er sich so fit, dass er jedes Jahr bei den Leistungsprüfungen für Schiedsrichter teilnimmt, um weiter in der Kreisliga und den unteren Ligen pfeifen zu können.

Wer meint, dass sich über 40 Jahre vieles im Fußball für einen Schiedsrichter verändert hat, der täuscht sich laut Stoyke. Das Spiel sei zwar schneller geworden, doch letztlich gilt für ihn: „Ich versuche den Teams von Beginn an klar zu machen, dass ich Herr der Lage bin. Das ist das Wichtigste, das war damals so, und das hat heute Bestand.“ Deswegen richte er früh deutliche Worte an Spieler, Meckereien dulde er nicht. Wegen dieser klaren Linie habe er wenig Probleme mit Disziplinlosigkeiten gehabt, sei stets mit Gelben und nicht mit Roten Karten ausgekommen.

Körperlich topfit

Und wer glaubt, dass Stoyke nach 40 Jahren an der Pfeife müder wird, der sieht sich getäuscht. „Ich fühle mich fit. Solange der Körper mitspielt, will ich weiter pfeifen.“ Läuferisch habe er keine Probleme auf dem Platz. 50 Jahre Schiedsrichter – das sei ein Ziel, das er verfolge, erzählt er mit einem Lächeln im Gesicht.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion
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