Zetel - „Ihr spielt den Ball gerade durch die beiden Hütchen und lauft außen vorbei“, erklärt DFB-Trainer Lothar Lischewsky den Jungs gestenreich und macht die Übung vor. „Dann geht’s zum nächsten Hütchen.“ Was einfach erscheint, ist in der Umsetzung nicht so leicht, wie im Eschstadion des FC Zetel zu beobachten ist. Das DFB-Mobil hat am Mittwochabend in Zetel Station gemacht. Während Lischewsky eine Stunde lang mit C- und E-Junioren ein Demonstrationstraining absolviert, steht seine Kollege Ulrich Seidel mit Trainern des Clubs am Spielfeldrand. Seidel erläutert die praktischen Übungen sowie Trainingsmethoden. Er erzählt, wie ein Spielerdreieck oder eine Raute in Bewegung gehalten und wie Spieler am besten angesprochen werden können und welche Übungen es zum Kurzpassspiel gibt. „70 Prozent eines Trainings sollten Koordinationsübungen mit und ohne Ball sein“, sagt er.
Nach dem praktischen Teil folgt für die Trainer noch eine halbe Stunde Theorieunterricht zum Fußballtraining mit jeder Menge Tipps. „Wir möchten die Trainer motivieren, in die Trainerausbildung einzusteigen“, erklärt Seidel Sinn und Zweck des DFB-Mobils. „Je qualifizierter ein Training ist, desto besser die Ausbildung der Kinder.“ Dass möglichst früh mit dem Training begonnen werden müsse, machte er daran fest, dass ein Kind bis zum zwölften Lebensjahr 50 Prozent der gesamten koordinativen Fähigkeiten gelernt habe. Deswegen laufe das DFB-Programm nur bis zur C-Jugend. „Bis zu dem Alter kann auf die Koordination noch Einfluss gekommen werden, zum Beispiel an der Fußhaltung“, erklärt Seidel.
Der Vorsitzende des FC Zetel, Hartmut Braun, freut sich über den Besuch des DFB-Mobils. „Es ist eine schöne Abwechslung und stärkt die Motivation.“ Für den FC Zetel könnte es bald noch ein zweites kostenloses Training geben; denn das Programm sieht eine weitere Einheit für Trainer vor. Darin probieren sie die Übungen aus, die sie den Kindern beibringen.
Der FC Zetel hat zwölf Juniorenmannschaften mit etwa 160 Kindern und Jugendlichen im Spielbetrieb. Die C-Jugend, die am DFB-Demotraining teilnimmt, wird von Wilko Eggers, Michael Renken und Deniz Schmidt trainiert, die E-Jugend von Peter Reckmann, Andreas Wilke und Dirk Schönbohm.
Auch wenn Fußball in Deutschland die Sportart Nummer 1 ist, wird es für die Vereine angesichts des Geburtenrückgangs nicht leichter, meint auch Hartmut Braun. „In der B- und der A-Jugend haben wir inzwischen eine Spielgemeinschaft mit dem TV Neuenburg.“ Braun sieht langfristig eine engere Kooperation auch mit den Fußballern aus Astederfeld.
Intensivieren will der FC Zetel die Kooperation mit den Schulen. An der Haupt- und Realschule betreut Udo Pollmann seit Jahren eine Fußball-AG. Doch die Ganztagsschule erleichtere den Sportvereinen die Arbeit nicht. Teilweise würden Trainingszeiten schon nach hinten verschoben. Eine höhere Anspannung bei seinen D-Junioren hat deren Trainer Olaf Oetken festgestellt und führt das auf die Ganztagsschule zurück.
