Rohrbach/Frauenfeld - Mit jeder Menge Edelmetall im Gepäck kehren die Frauen des Ahlhorner SV sowie die Männer des TK Brettorf aus dem Abenteuer Faustball-Europapokal zurück. Während der ASV im österreichischen Rohrbach am Sonntag die Silbermedaille gewann, erkämpften sich die Brettorfer Männer in Frauenfeld (Schweiz) im „kleinen Finale“ noch die Bronzemedaille.

Für die Ahlhornerinnen war es ein Turniereinstieg nach Maß. Im Halbfinale am Sonnabend besiegte das Team von Trainerin Edda Meiners den Schweizer Meister STV Oberentfelden/Amsteg klar in vier Sätzen (11:1, 11:2, 11:2, 11:5). „Der Gegner war kein Fallobst“, stellte ASV-Abteilungsleiter Ulrich Meiners mit Blick auf den Sieg der Schweizer im Spiel um Platz drei (4:3 gegen den TV Neusiedl/Zaya) klar. Dass der Sieg dennoch so eindeutig ausfiel, begründete er damit, „dass bei uns einfach alles geklappt hat und wir die Partie konsequent zu Ende gespielt haben“.

Im Finale wartete auf die Ahlhorner Frauen mit dem österreichischen Meister Union Arnreit, der sich im zweiten Halbfinale gegen Neusiedl/Zaya mit 4:1 (11:8, 8:11, 12:10, 15:14, 11:8) durchgesetzt hatte, dann allerdings ein anderes Kaliber. Es wurde ein Endspiel, das an Dramatik wohl nur schwer zu überbieten gewesen wäre. Mit anderen Worten: „ein klasse Spiel auf hohem Niveau“, wie Meiners es auf den Punkt brachte. Leider aber auch eines, dass der deutsche Titelträger am Ende mit 3:4 (5:11, 11:6, 8:11, 13:11, 8:11, 12:10, 5:11) verlor. „Nach zwei Spielstunden hat uns letztlich einfach das entscheidende Quäntchen Glück gefehlt“, sagte Meiners.

Bei den Spielerinnen aus dem Landkreis herrschte nach dem Schlusspfiff aufgrund der knappen Niederlage naturgemäß Enttäuschung. Insbesondere, da man im letzten Satz eine 3:1-Führung nicht zu nutzen gewusst hatte.

Trotzdem überwog bei Meiners’ Einschätzung über das Endspiel gegen den „haushohen Favoriten“ das Positive: „Das war ein sehr gutes Spiel unserer Mannschaft. Wir sind nach jedem verlorenen Satz wieder zurückgekommen und haben Arnreits Ausnahmespielerin Magdalena Lindorfer stets kontrolliert“, betonte der ASV-Abteilungsleiter.

Zufrieden waren auch die Männer des TV Brettorf, als sie am Sonntagabend in der Schweiz in das Flugzeug stiegen, das sie zurück nach Norddeutschland brachte. Im Gepäck hatte die Mannschaft von Trainer Klaus Tabke nicht nur die Bronzemedaillen, sondern zudem die Gewissheit, „dass wir mit den europäischen Topteams auf Augenhöhe sind“, erzählte der Coach. Sogar der 2:4-Halbfinalniederlage gegen den Titelverteidiger TV Vaihingen-Enz (5:11, 12:10, 4:11, 11:5, 7:11, 8:11) konnten die Brettorfer einige positive Aspekte abgewinnen. „Das war ein super Spiel von uns“, konstatierte Tabke. Am Ende habe die größere Erfahrung im Angriff den Ausschlag zu Gunsten der Süddeutschen um Schlagmann Kolja Meyer gegeben.

Von dieser Niederlage zeigte sich der TV Brettorf am Sonntag allerdings schon wieder gut erholt. „Aufbauarbeit war da gar nicht notwendig“, berichtete Tabke. „Vielmehr wussten wir, dass wir auf der guten Leistung des Vaihingen-Spiels aufbauen konnten.“ Und das gelang den Brettorfern im Bronzespiel gegen den Schweizer Meister SVD Diepoldsau-Schmitter, der sein Halbfinale gegen den späteren Europapokalsieger FG Grieskirchen/Pötting mit 0:4 verloren hatte, auf imposante Art und Weise. Beim eindeutigen 4:0-Erfolg (11:5, 11:7, 11:1, 11:6) ließen die Brettorfer ihren Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance. „Das war wirklich eindrucksvoll, wie sich die Mannschaft präsentiert hat“, sparte Tabke am Ende nicht mit Lob. Brenzlig sei es nur einmal im zweiten Satz gewesen, als die Schweizer kurzzeitig mit 4:1 in Führung gingen. Danach spielten die Brettorfer um ihren überragenden Angreifer Tobias Kläner aber wieder wie aus einem Guss, so dass der Trainer im weiteren Verlauf auch durchwechseln und allen Akteuren ihre Spielanteile ermöglichen konnte. „Jetzt gilt es, diese Leistungen für die kommenden Aufgaben in der Bundesliga zu konservieren. Wenn uns das gelingt, ist mir nicht bange“, blickte Tabke bereits auf den Endspurt im Ligaalltag voraus.