MöNCHENGLADBACH - Die Aufbauarbeit von Trainer Jürgen Klopp begann unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Tief enttäuscht kauerten die designierten Meister von Borussia Dortmund auf dem Rasen, um jedoch wenig später alle Spekulationen um mentale Folgeschäden vor den letzten drei Saisonspielen im Keim zu ersticken. „Weiche Knie? Haben wir immer noch nicht. Weiter geht‘s“, sagte Nationalspieler Mats Hummels nach der 0:1-Niederlage beim Abstiegskandidaten Borussia Mönchengladbach.

Auf fünf Punkte hat sich der Vorsprung des Bundesliga-Tabellenführers auf Verfolger Bayer Leverkusen reduziert, was Kevin Großkreutz fernab von Anzeichen einer Verunsicherung relativierte: „Letzte Woche waren wir angeblich schon deutscher Meister, jetzt haben wir lediglich ein Spiel verloren. Wir holen die nötigen vier Punkte und dann wird man schon sehen, was hier los ist.“

Nach dem Motto „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ hoffen die Borussen auf ihre zweite Chance zum Matchball am kommenden Wochenende – und setzen erneut auf Punktverluste von Leverkusen im rheinischen Derby beim 1. FC Köln bei einem gleichzeitigen eigenen Sieg gegen den 1. FC Nürnberg. „Ich bin relativ sicher, dass wir in der nächsten Woche die passende Antwort auf diese Niederlage geben werden. Es hat uns offenbar nicht gutgetan, Hoffenheim in Leverkusen die Daumen zu drücken“, ergänzte Hummels.

Folglich war die Entscheidung im Titelkampf nach dem Sieg von Bayer (2:1) schon vor dem Anpfiff vertagt, dennoch feierten die mitgereisten 20 000 BVB-Fans ihre Mannschaft auch nach dem Schlusspfiff. „Wir wären heute kein unverdienter Sieger gewesen, aber nun sind wir unverdiente Verlierer“, sagte Trainer Klopp: „Aber wir werden nicht lange brauchen, um uns wieder aufzubauen.“

Torhüter und Kapitän Roman Weidenfeller, der durch Mohamadou Idrissou (35.) seinen 19. Saisongegentreffer kassierte, aber im Titelendspurt weiter auf eine überragende Tordifferenz (plus 43) verweisen kann, meinte: „Ich mache mir keine Sorgen, wir müssen nur unsere beiden Heimspiele gewinnen.“ Allerdings – und das schworen sich die BVB-Profis noch im Gladbacher Borussia-Park – müssen sie künftig schon in der ersten Halbzeit konzentrierter auftreten, zumal ein Fehlpass von Antonio da Silva und ein verlorener Zweikampf von Neven Subotic zur Höchststrafe führten: zu einem Kontertor auf fremdem Platz.